Chronik
Vor der Vereinigung der Inneren Stadt mit den Vorstädten zu einer einheitlichen Ortsgemeinde im Jahr 1850 war der Bezirksteil innerhalb der Ringstraße deckungsgleich mit dem gesamten Stadtgebiet. Die Innere Stadt wurde im Rahmen der provisorischen Gemeindeordnung als eigener Bezirk etabliert. Sie wird im Nordosten vom Donaukanal, im Osten und Süden vom Wienfluss und im Nord- und Südwesten durch die sogenannte Zweierlinie, eine ehemalige Lastenstraße, begrenzt.
1853 wird während eines Spaziergangs auf der Bastei nächst dem Kärntnertor ein Attentat auf Kaiser Franz Joseph I. verübt; im selben Jahr wird der Gemeinderatssaal im Alten Rathaus neu gestaltet. Am 24. April 1854 heiratet Franz Joseph I. die 16-jährige Wittelsbacher-Prinzessin Elisabeth in der Augustinerkirche. 1857 ordnet der Kaiser mit der Verfügung „Es ist mein Wille" die Schleifung der Befestigungsanlagen an – die Grundlage für die Erweiterung der Stadt und die Verbauung des Rings mit prächtigen Gebäuden.
1860 wird das Erzherzog-Karl-Denkmal am Heldenplatz enthüllt, 1862 der Stadtpark auf dem ehemaligen Wasserglacis eröffnet. Nach siebenjähriger Bauzeit öffnet 1865 die Ringstraße. 1866 erhält der Stock-im-Eisen-Platz durch die Demolierung einer Häuserinsel am Graben seine heutige Form, das Akademische Gymnasium am Beethovenplatz wird fertiggestellt und das Prinz-Eugen-Denkmal am Heldenplatz enthüllt. 1868 öffnet das Künstlerhaus, 1869 das neue Opernhaus am Ring – im selben Jahr findet die erste große Arbeiterdemonstration auf dem Paradeplatz statt, wo 1872 der Grundstein zum Neuen Rathaus gelegt wird.
Zwischen 1870 und 1881 entstehen das Kunsthistorische und das Naturhistorische Museum, das Parlament und das Burgtheater. 1872 eröffnet Klavierfabrikant Ludwig Bösendorfer im Palais Liechtenstein einen Konzertsaal (1913 demoliert). Ein Börseneinbruch beendet 1873 den Gründerzeit-Aufschwung; im selben Jahr findet die Weltausstellung statt und die erste Wiener Hochquellenwasserleitung wird am Schwarzenbergplatz eröffnet. 1876 öffnet das Hotel Sacher, 1877 die Akademie der bildenden Künste, 1881 brennt das Ringtheater.
1883 tagt der Reichsrat erstmals im neuen Parlament, 1884 öffnet die Neue Universität, 1885 bezieht der Gemeinderat das von Friedrich Schmidt errichtete Neue Rathaus. 1888 eröffnen das Etablissement „Ronacher" anstelle des abgebrannten Stadttheaters sowie das neue Burgtheater. 1893 wird der Michaelertrakt der Hofburg vollendet und der Kohlmarkt erhält die erste elektrische Straßenbeleuchtung Wiens. 1896 findet in der Kärntner Straße die erste Kinovorstellung Österreichs statt, 1897 wird Karl Lueger Wiener Bürgermeister.
Quelle: Bezirksmuseum Innere Stadt

