Chronik
Das Kunsthistorische Museum befindet sich am Burgring 5, im weiteren Areal der Hofburg, mit dem Haupteingang am Maria-Theresien-Platz. Es und sein gegenüberliegendes, baugleiches Pendant, das Naturhistorische Museum, wurden im Auftrag Kaiser Franz Josephs I. von den Architekten Gottfried Semper und Carl von Hasenauer als Teil des unvollendet gebliebenen Kaiserforums erbaut; der Rohbau entstand 1871–1889, die Eröffnung erfolgte 1891.
Nach außen dominiert die Kuppel, im Inneren bildet das Stiegenhaus den Glanzpunkt. Das viergeschossige Gebäude mit dem über dem Mittelrisalit aufragenden achteckigen Kuppelturm und vier kleinen Nebenkuppeln wendet sich mit der Hauptfront dem Maria-Theresien-Platz zu. Alle Fassaden zeigen Säulendekorationen; auf der Attika stehen Statuen bedeutender Persönlichkeiten aus der Kunst, am Haupteingang allegorische Sitzfiguren, auf der Hauptkuppel eine Bronzefigur der Pallas Athene von Johannes Benk sowie Bauplastik von Ringstraßenbildhauern wie Edmund Hellmer, Carl Kundmann, Viktor Tilgner und Caspar Zumbusch.
Im Vestibül und Stiegenhaus befinden sich das Deckengemälde „Apotheose der Kunst" von Michael Munkácsy, umrahmt von zwölf Lünettenbildern von Hans Makart, sowie große Maler mit ihren Modellen – Dürer, Holbein, Tizian, Michelangelo, Murillo, Rubens, Raffael, Leonardo da Vinci – und 40 Zwickelbilder von Ernst Klimt, Gustav Klimt und Franz Matsch (1891). Auf dem Podest der Haupttreppe steht die Marmorgruppe „Theseus im Kampf mit dem Kentauren" von Antonio Canova, die zuvor im Theseustempel im Volksgarten stand. Im oberen Turmbau der Kuppel überwiegt plastischer Schmuck, insbesondere die Marmorbasreliefs von Rudolf Weyr, die als Mäzene hervorragende Angehörige des Hauses Habsburg zeigen.

