Chronik

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Maria am Gestade ist eine gotische römisch-katholische Kirche nahe dem Donaukanal. Sie war die traditionelle Kirche der Donauschiffer; ihr Name leitet sich von der ehemaligen Lage am Hochgestade eines Arms der damals noch unregulierten Donau ab. Gemeinsam mit der Peterskirche und der Ruprechtskirche zählt sie zu den ältesten Kirchen Wiens. Das Gotteshaus steht am früheren nördlichen Rand der mittelalterlichen Wiener Stadtmauer in dicht verbautem Gebiet; die 1935–1937 nach Plänen von Hubert Matuschek neu gestaltete Gasse davor heißt „Am Gestade", nach der die Kirche im Volksmund auch „Maria Stiegen" genannt wird. Die lange Treppe mit dem Kirchengebäude im Hintergrund ist ein beliebtes Fotomotiv bei Hochzeiten.

An der Stelle des heutigen Langhauses befand sich ursprünglich eine Kapelle, die bereits im 9. Jahrhundert errichtet worden sein soll – damals „Unser Vrowen chapellen auf der Stetten ze Wienne" genannt. Einer Sage nach geht der Bau auf den Passauer Bischof Mafalvin (oder Maldavin) zurück, der den Missionar und Baumeister Alfried mit dem Bau einer hölzernen Kapelle für das von den Donauschiffern mitgeführte Marienbild beauftragt haben soll. Urkundlich nachgewiesen ist die Maria-Stiegen-Kirche erstmals 1158; die Besitzverhältnisse wechselten mehrfach zwischen Schottenstift, Wiener Bürgerfamilien und dem Bischof von Passau. Ab 1302 war die Kapelle im Besitz der Herren von Greif.

Das gesamte Gotteshaus sollte Ende des 14. Jahrhunderts neu errichtet werden; am 2. Juni 1394 erfolgte die Grundsteinlegung. Wegen der Konfiszierung des Besitzes des Bauherrn Hans Freiherr von Liechtenstein-Nikolsburg ruhten die Arbeiten fünf Jahre lang, bevor das Langhaus begonnen wurde. 1403 kam das Kirchengrundstück wieder in den Besitz der Bischöfe von Passau, die auch nach der Erhebung Wiens zum Bistum 1469 den Umbau vollenden ließen. Der Kirchturm wurde nach einer Beschädigung durch Blitzeinschlag 1529 in den Jahren 1534–1537 durch Benedikt Kölbl erneuert. Kaiser Franz II. veranlasste umfassende Wiederaufbauarbeiten, ließ geraubte Ausstattung ergänzen und weihte das Gotteshaus 1812 neu ein. Auf Initiative von P. Clemens Hofbauer kam die Kirche 1820 an den frisch gegründeten Redemptoristenorden.

Die Kirche dient heute auch als Gotteshaus der französischen, tschechischen und slowakischen Christengemeinschaft in Wien. Die Pfarrgemeinschaft begeht jährlich am 8. Dezember das Hoch- und Patronatsfest ihrer Kirche.

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