Chronik

Michaelerplatz, 1010 Wien
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Mitten im ersten Bezirk Wiens, zwischen Michaelerplatz und Habsburgergasse, liegt ein fast verborgener Ort voller Geschichte: der Michaeler-Durchgang. Der schmale Gang führt an der Außenseite der Blasiuskapelle der Michaelerkirche entlang und gehört zum sogenannten Kleinen Michaelerhaus, das 1732 erbaut wurde. Es diente einst als Schulhaus für Kinder der Hofbediensteten – heute beherbergt es traditionelle Geschäfte und erzählt vom Wien vergangener Jahrhunderte.

Wo sich heute das Fachgeschäft Loden-Plankl für klassische Trachtenmode befindet, war einst das beliebte Michaeler Bierhaus – ein Treffpunkt der Wiener Gesellschaft. Gleich daneben liegt die Rahmenhandlung und Vergolderei C. Bühlmayer, ein traditionsreicher Handwerksbetrieb mit feinem Gespür für Kunst und Vergoldung. Unter barocken Gewölben lebt hier historisches Handwerk weiter.

Ein stiller Höhepunkt ist das Hochrelief „Christus am Ölberg", ursprünglich 1480 gestiftet, 1494 erneuert und 1732 an die Kirchenmauer versetzt. Hinter Glas geschützt, zeugt es von tiefer Frömmigkeit und spätgotischer Kunst. Eine Gedenktafel erinnert an den Komponisten Franz Krenn, der hier bis zu seinem Tod 1897 lebte. Der Michaeler-Durchgang ist kein bloßer Übergang – er ist ein Ort, an dem Geschichte sichtbar bleibt.

Das Michaeler-Passage-Gedicht wurde von Michael Haider (Inhaber von C. Bühlmayer 1970–2010) verfasst.

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