Chronik

Das Unternehmen Victor Schmidt wurde von seinem Gründer, dem ungarischen Konditor Victor Anton Schmidt, geboren 1826 in Stegersbach, am 1. Jänner 1858 als Gewerbe der Schokoladenfabrikation angemeldet. Der erste Standort befand sich in der Weyringergasse 30 im 4. Wiener Gemeindebezirk. Bereits 1864 geriet das rasch gewachsene Unternehmen erstmals in wirtschaftliche Turbulenzen, ein Konkurs konnte nur knapp abgewendet werden, wuchs aber danach rasch wieder weiter und wurde neben der Expansion in die Kronländer auch international bekannt. 1872 wurde der Name in „Victor Schmidt & Sohn" geändert, nachdem der älteste Sohn Ladislaus ins Unternehmen eingetreten war; mit den Söhnen Alfred und Theodor Edmund wurde daraus schließlich „Victor Schmidt & Söhne". 1880 gründete man die Tochterfirma in Budapest, 1884 zog sich der Senior aus dem Unternehmen zurück.

Gefertigt wurden Tafelschokolade, Pfefferminzbonbons, aber auch Feigenkaffee, Marmeladen, Senf und Teigwaren – Ende des 19. Jahrhunderts galt das Unternehmen als eine der größten Süßwaren- und Backwarenfabriken Österreich-Ungarns mit rund 800 bis 1.000 Mitarbeitern zwischen 1880 und 1905. Da die Produktionsstätte im 4. Bezirk bald nicht mehr ausreichte, wurde 1905 eine neue, vom Architekten Wilhelm Klingenberg entworfene Fabrik in Simmering an der Geiselbergstraße errichtet. Während des Ersten Weltkriegs war die spätere Widerstandskämpferin Rosa Jochmann Arbeiterin in dieser Fabrik. 1931 erhielt das Unternehmen die Staatliche Auszeichnung und durfte das Bundeswappen im Geschäftsverkehr führen; es verfügte auch über eine Werksfußballmannschaft, die am Österreichischen Fußballpokal teilnahm.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs musste die Produktion aus Rohstoffmangel eingestellt werden, erst 1947 konnte sie wieder hochgefahren werden – produziert wurden nun hauptsächlich Bonbonnieren und Mozartkugeln unter der Handelsmarke Ildefonso, die bis heute besteht. Ab 1969 konzentrierte sich die Produktion auf das Simmeringer Werk. In den 1970er Jahren kaufte Schmidt den Mitbewerber Gustav & Wilhelm Heller sowie zwischen 1980 und 1990 die Zweige des Süßwarenunternehmens Pischinger. Mit 1. Jänner 1995 wurde das Unternehmen von Nestlé übernommen, das im Jahr 2000 die Marke Victor Schmidt an die Josef Manner & Comp. veräußerte, während Heller an die August Storck KG und Pischinger seit 2006 an die Confiserie Heindl gingen.

Quelle: wikipedia.org.

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