Chronik

Die Kirche, eine Stiftung der Ebersdorfer Marquart von Hintperg, bestand schon Ende des 12. Jahrhunderts, wurde 1192 urkundlich genannt und war ursprünglich nur dem heiligen Petrus geweiht. 1529 wurde sie durch die Osmanen beschädigt, jedoch bald wiederhergestellt; nach der neuerlichen Beschädigung bei der Osmanenbelagerung 1683 erhielt sie 1691 eine neue Kanzel und 1696 einen wiederhergestellten Turm. 1747 erweiterte sie Matthias Gerl durch einen Umbau. Die Kopie des Gnadenbilds „Maria am Baume" von Maria Dorfen in Bayern – ein primitives Gemälde einer stehenden gekrönten heiligen Maria auf Holz, um 1720 – hatte der Forstmeister F. O. Herzog an einem Baum auf der „unteren Wiese" zwischen Ebersdorf und Mannswörth anbringen lassen. Besonders von den Armen im Kaiserebersdorfer Schloss aufgesucht, ereignete sich vor dem Bild am 23. Oktober 1745 erstmals ein Wunder; am 13. November 1746 übertrug man es in die Kirche, der geschmückte Baumstamm befindet sich bis heute hinter dem Hochaltar.

Der zweite Kultgegenstand der Kirche ist „Die betrübte Mutter Gottes" aus dem 17. Jahrhundert, eine spiegelverkehrte Kopie nach Sassoferrato, 1713 auf dem Altar der Taufkapelle angebracht. Der übrige Bilder- und Skulpturenschmuck stammt größtenteils aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Die Kirche wurde 1834 und erneut 1935/1936 gründlich renoviert; besonders zwischen 1746 und 1785 wurde sie stark besucht, mit bis zu 33.000 Kommunikanten jährlich und an Festtagen oft 3.000 bis 4.000 Gläubigen. Prozessionen zogen von der Wieden, von St. Ulrich und Maria Treu nach Kaiserebersdorf, nach 1834 auch von Erdberg, Matzleinsdorf und Breitenfeld. Am 3./4. Jänner 1880 litt die Kirche unter einer verheerenden Überschwemmung, eine Marke im Kirchenvorraum erinnert daran. 1946 feierte sie ihr 200-jähriges Jubiläum als Wallfahrtskirche „Maria am Baume", 1956 erhielt sie neue Glocken und 1965 eine Sonnenuhr.

Die Johannes-Nepomuk-Statue vor der Hauptfront links vom Turm, errichtet 1717, stand ursprünglich vor dem Anwesen der Gräfin von Fünfkirchen am nahen Thürnlhof, Münnichplatz 5.

Quelle: geschichtewiki.wien.gv.at.

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