Chronik

Das denkmalgeschützte Schloss Thürnlhof befindet sich am Münnichplatz 5 in der Katastralgemeinde Kaiserebersdorf. Die ältesten Teile des Schlosskomplexes gehen auf die zweite Hälfte des 16. Jahrhunderts zurück, als zwei Brandstätten und zwei „Thürnln" (Türme) von Kaiser Ferdinand I. an dessen Koch geschenkt wurden. 1755 wurde der Bau erweitert und erhielt seine heutige Form: Der unregelmäßig angeordnete, aber einheitlich fassadierte Baukörper unter flachen Walmdächern zeigt über einem genuteten Erdgeschoß ein durch Lisenen und Putzfelder zusammengefasstes Mezzanin- und Hauptgeschoß, die Hauptfassade ist übergiebelt mit ionischer Doppelpilasterordnung.

Möglicherweise gehen die Ursprünge auf den 1161 in einer Schenkungsurkunde an das Schottenkloster erwähnten „Wolfgerhof zu Eberstorff" zurück; 1200 wird ein Herrenhof urkundlich erwähnt, 1357 übernahm Peter von Ebersdorf den Hof – als prominenter Zeuge siegelte er 1365 gemeinsam mit Herzog Rudolf „dem Stifter" den Stiftungsbrief für die Wiener Universität. 1499 wurde Ebersdorf unter Maximilian I. kaiserlicher Besitz, 1529 beim Ersten Türkensturm zur Brandruine. 1562 schenkte Kaiser Ferdinand I. seinem Unterkoch Michael Pfeiffer und dessen Gattin Ursula zwei weitere Brandstätten „mit dem alten Gemäuer". 1668 nächtigte Kaiser Leopold I. nach einer Feuersbrunst in der Hofburg im Schloss Thürnlhof, 1717 übernahm die Gräfin von Fünfkirchen den Besitz und ließ die Johannes-von-Nepomuk-Statue vor dem Schloss aufstellen, die heute vor der Pfarrkirche steht.

1755 erlebte das Schloss unter Graf Korzensky von Tereschau seine Glanzperiode: Das Herrenhaus wurde vergrößert und der Garten in einen „Zier- und Lustgarten" umgestaltet, flankiert von Herkules-Kolossalstatuen des Bildhauers Lorenz Mathielli, die heute an den Toren der Hofburg stehen. Am 18. Mai 1809 bezog Napoleon I. nach der Schlacht bei Aspern sein Hauptquartier im Schloss Thürnlhof und blieb bis 5. Juli in Kaiserebersdorf. 1832 richtete Ferdinand Brandeis eine Zuckerfabrik ein, 1874 pachtete die Firma Langnese & Comp., eine „Dampf-Cakes- und Bisquitfabrik", das Schloss, 1877 erwarb die Gemeinde Kaiserebersdorf es als Schul- und Wohnhaus. Nach der Überschwemmungskatastrophe von 1880 erwarb 1971 Hubert Klösch die Ruine und eröffnete einen Schlossheurigen; 1989 wurde das Schloss zu einem gutbürgerlichen Wiener Restaurant umgebaut, seit 2003 gehört es Hans und Silvia Hallwirth.

Quelle: Wikipedia, Zeittafel: www.schlossrestaurant-thuernlhof.at

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