Zusammensetzung
Der Bezirk wurde 1890/1892 im Zuge der Stadterweiterung aus den bis dahin selbständigen Vorortegemeinden Währing, Weinhaus, Gersthof, Pötzleinsdorf und Neustift am Walde sowie einem Teil von Salmannsdorf gebildet. 1938 sind der Rest von Salmannsdorf sowie das Gebiet von Neustift am Walde an den Nachbarbezirk Döbling gekommen. Die Grenze zu Döbling zwischen Döblinger Friedhof und Gürtel wird durch die Peter-Jordan-Straße, die Hochschulstraße und die Hasenauerstraße gebildet. Heute weist der Bezirk eine Fläche von 6,35 Quadratkilometer auf.
Katastralgemeinden
Der Bezirk Währing besteht aus den Katastralgemeinden: Gersthof, Pötzleinsdorf, Währing und Weinhaus.
Vorgeschichte
Die Besiedlung des Gebietes setzte um 1000 ein. Im Jahr 1112 wurde Pötzleinsdorf erstmals urkundlich erwähnt, um 1170 „Warich", 1266 Weinhaus, 1279 Salmannsdorf, ein Weinbauerndorf, 1330 Neustift am Walde, 1497 Gersthof. Während der Ersten Türkenbelagerung 1529 bestand vermutlich eine Schanze der Belagerer am heutigen Türkenschanzpark. Währing wurde im 16. Jahrhundert zu einem Zentrum des Protestantismus. Erst in den 1620er Jahren setzt die Rekatholisierung ein. Um 1728 erwarben die Barnabiten von Gräfin Lamberg den „Freihof" und erwählen diesen als Amtssitz des Grundrichters bis 1857. 1769 wurde der Währinger Ortsfriedhof errichtet, 1873 aufgelassen, 1784 der 1877 aufgelassene „Währinger Allgemeine Friedhof". Die Vororte wiesen noch lange einen ländlichen Charakter auf. 1830 kam es zu großen Überschwemmungen durch den Währinger Bach. 1836 wurde der „Wasserturm" der Kaiser-Ferdinands-Wasserleitung gebaut. Während der Revolution von 1848 gründete der Fleischhauer Josef Prziborsky Nationalgarden. Am 31. Oktober eroberten die kaiserlichen Truppen ohne Widerstand die Währinger Vororte zurück. Einige Revolutionäre konnten sich in Pötzleinsdorf verstecken. Erst nach 1848 wuchs mit der Zuwanderung die Bevölkerung des Vororts Währing und eine Siedlungsverdichtung trat ein. 1849 wurde das erste Postamt in der Gentzgasse eröffnet, 1856 die erste öffentliche Gasbeleuchtung in Währing installiert, 1860 folgten Weinhaus und Gersthof, 1870 Pötzleinsdorf. Im Jahr 1850 wurde Josef Prziborsky der erste Bürgermeister der Gemeinde Währing. Zwischen 1867 und der Eingemeindung entstanden bereits zahlreiche Infrastrukturbauten wie Schulen, Armen- und Krankenhäuser. 1870–1880 wurde das Straßennetz ausgebaut und Straßen gepflastert. Der Währinger Bach wurde eingewölbt. 1860–1891 existierte ein Armenhaus in Gersthof. 1874–1882 entstand die Universitäts-Sternwarte auf den südlichen Gründen die Türkenschanze bei Weinhaus. Am 30. September 1888 wurde der Türkenschanzpark eröffnet.
Von der Bezirksgründung bis zum Ersten Weltkrieg
Mit der Eingemeindung 1892 gehörten auch Salmannsdorf und Neustift am Walde zum Bezirk. Sie wurden ab Oktober 1938 Döbling zugeordnet. Nach der Einebnung des Linienwalls und dem Bau der Stadtbahn und der Vorortelinie verbessert sich die Verkehrsanbindung erheblich. Mit dem 1894–1896 erfolgten Bau der Hochschule für Bodenkultur wurde Währing Universitätsstandort. 1908 wurde das 1940 geschlossene Cottage-Sanatorium eröffnet, 1910–1915 die Gersthofer Frauenklinik errichtet. Während des Ersten Weltkriegs entstanden die ersten Schrebergärten am Schafberg.
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Quelle: geschichtewiki.wien.gv.at

