Chronik
Der Schubertpark zählt zu den geschichtsträchtigsten Grünanlagen der Stadt. Die rund 14.000 Quadratmeter große Parkanlage befindet sich an der Währinger Straße und entstand in den 1920er-Jahren auf dem Gelände des ehemaligen Währinger Ortsfriedhofs. Heute verbindet der Park Erholung, Kulturgeschichte und Erinnerung an bedeutende Persönlichkeiten.
Die Geschichte des Areals reicht bis ins 18. Jahrhundert zurück. Da der Friedhof rund um die Pfarrkirche St. Gertrud den Anforderungen einer wachsenden Bevölkerung nicht mehr genügte, wurde 1769 ein neuer Begräbnisplatz außerhalb des damaligen Ortskerns eröffnet. Dieser entwickelte sich rasch zu einer angesehenen Ruhestätte, die nicht nur von Bewohnern Währings genutzt wurde.
Im Laufe des 19. Jahrhunderts veränderte sich jedoch die Umgebung grundlegend. Aus dem einstigen Dorf wurde ein dicht besiedelter Vorort, und der Friedhof lag zunehmend mitten im bebauten Gebiet. Aus hygienischen und städtebaulichen Gründen wurde er 1873 geschlossen. Viele bedeutende Gräber wurden später auf andere Friedhöfe verlegt, während das Gelände allmählich verfiel.
Nach dem Erwerb durch die Stadt Wien begann in den Jahren 1924 und 1925 die Umgestaltung zu einer öffentlichen Parkanlage. Dabei blieb ein Teil des historischen Friedhofs erhalten. Ein ummauerter Gräberhain mit zahlreichen Grabdenkmälern erinnert bis heute an die ursprüngliche Funktion des Geländes. Die Parkanlage wurde im damals beliebten geometrischen Stil gestaltet und mit Wegen, Sitzgelegenheiten und Zierpflanzungen ausgestattet.
Besonders bekannt ist der Schubertpark durch die Verbindung zu zwei der bedeutendsten Komponisten der Musikgeschichte: Ludwig van Beethoven und Franz Schubert. Beide wurden ursprünglich auf dem Währinger Ortsfriedhof beigesetzt. Obwohl ihre sterblichen Überreste später auf den Wiener Zentralfriedhof überführt wurden, sind ihre historischen Grabdenkmäler weiterhin im Park zu sehen. Sie zählen zu den wichtigsten Erinnerungsstätten der Anlage und ziehen Musikinteressierte aus aller Welt an.
Ein weiterer Höhepunkt ist die barocke Kreuzigungsgruppe im Gräberhain. Die kunstvolle Skulptur stammt ursprünglich von einem anderen Wiener Friedhof und wurde im 18. Jahrhundert nach Währing übertragen. Sie bildet heute das Zentrum des historischen Bereichs und gilt als bedeutendes Beispiel sakraler Bildhauerkunst.
Zu Beginn des 21. Jahrhunderts wurde unter dem Park eine Tiefgarage errichtet. Die damit verbundenen Bauarbeiten führten zu kontroversen Diskussionen, zugleich erhielt die Grünanlage neue Spiel- und Freizeitbereiche. Nach Abschluss der Arbeiten wurde der Schubertpark 2005 wieder eröffnet.
Heute ist der Schubertpark nicht nur ein beliebter Ort zur Erholung, sondern auch ein lebendiges Zeugnis Wiener Stadtgeschichte.

