Chronik

Der Dreherpark war eine Vergnügungs- und Veranstaltungsstätte im Wiener Stadtgebiet. Das Areal befand sich bereits 1793 im Besitz von Josefa Gräfin Chancloir. Ihre Villa stand an der Stelle des späteren Restaurationsgebäudes. Im 19. Jahrhundert wechselte das Grundstück mehrfach den Eigentümer. Genannt werden unter anderem Nikolaus II. Esterházy, 1812 und Georg von Erdödy, 1841. Später gelangte es an Stephan beziehungsweise nach dessen Tod an Franziska Gräfin Liechtenstein. Aus dieser Zeit stammten der sogenannte Maria-Theresien-Saal und der Grüne Saal.

1884 erwarb der Bierbrauer Anton Dreher der Jüngere die Liegenschaft. Er verpachtete sie an Johann Weigl, der dort Schwechater Bier ausschenkte. Weigl hatte zuvor in Hernals eine Heurigenschenke betrieben. Am 5. Juli 1886 wurde das neue Vergnügungsetablissement mit einer Liedertafel des Wiener Männergesang-Vereins eröffnet. In der Folge entwickelte sich der Dreherpark zu einem bedeutenden Veranstaltungsort für Musik, Theater und volkstümliche Unterhaltung.

1894 wurde die Katharinenhalle im Park errichtet. Das Gebäude war ursprünglich für die Musik- und Theaterausstellung 1892 erbaut und dort als Tonhalle verwendet worden. Im Dreherpark fanden in der Halle unter anderem Varietévorstellungen, Zirkusdarbietungen und Ringkämpfe statt. 1906/07 trat Ferdinand Exl mit seiner Tiroler Bauernbühne erstmals in Wien auf. 1912 entstand der Antoniussaal; im ersten Stock befand sich der Altdeutsche Saal, der von Liebhabertheatervereinen genutzt wurde.

Während des Ersten Weltkriegs wurde 1918 im Dreherpark das Reservespital Nr. 4 eingerichtet. Im hinteren Bereich des Parks entstand ein Sportplatz des Vereins Wacker, für den Teile des alten Baumbestandes entfernt wurden. Die Katharinenhalle wurde 1925 abgetragen.

Auch in der Ersten Republik blieb der Dreherpark ein bedeutender Ort für gesellige und kulturelle Veranstaltungen. Dort traten verschiedene Gesangsvereine, Liedertafeln und Volkssänger auf. 1925 fand im Rahmen eines Fiakerjubiläumsfestes eine größere Veranstaltung statt, an der unter anderem Edmund Eysler und Hansi Niese beteiligt waren.

In der Folge wurde das Areal einer gewerblichen Nutzung zugeführt. Eine Änderung des Flächenwidmungs- und Bebauungsplanes ermöglichte die Errichtung einer Autoreparaturwerkstätte der Firma Steyr-Fiat. Luftaufnahmen zeigen ab 1961 das dort errichtete Servicewerk. Zwischen 2005 und 2011 entstanden auf den ehemaligen Fiat-Gründen das Forum Schönbrunn mit Büro-, Geschäfts- und Wohnbauten. Damit endete die Nutzung des ehemaligen Dreherparks als Vergnügungsstätte.

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