Chronik

Das Theresienbad zählt zu den traditionsreichsten Bädern der Stadt. Seine Geschichte reicht weit zurück: Schon in der Römerzeit soll an diesem Ort eine Schwefelquelle bekannt gewesen sein. Nach den Türkenbelagerungen entstand hier ein herrschaftlicher Besitz. Ende des 17. Jahrhunderts wurde das Meidlinger Schloss errichtet.

Eine entscheidende Entwicklung begann 1755. Im Garten des Anwesens wurde erneut eine Schwefelquelle entdeckt. Maria Theresia kaufte das Grundstück und ließ im Schloss ein Bad einrichten, das zunächst der kaiserlichen Familie vorbehalten war. 1782 wurde zusätzlich eine eisenhaltige Quelle entdeckt. Daraufhin öffnete man das Bad auch für die Bevölkerung. Das Heilwasser machte die Anlage bald beliebt.

1822 ließ der damalige Besitzer Josef Michael von Ehrenfels das Bad umfassend erneuern. Zu Ehren Maria Theresias erhielt es den Namen Theresienbad. Besonders im frühen 20. Jahrhundert wurde die Anlage wegen der großen Nachfrage stark vergrößert. Zum Bad gehörte zeitweise sogar ein Theater.

Mit der Eingemeindung Meidlings nach Wien im Jahr 1890 kam das Theresienbad in städtischen Besitz. 1902 wurde das alte Schloss abgerissen. Gleichzeitig entstand ein neues Schwimmbad, das nun mit Wasser aus der Wiener Hochquellenleitung gespeist wurde. Zusätzlich gab es Dampf- und Wannenbäder.

Der Zweite Weltkrieg hinterließ deutliche Spuren. Bombentreffer im August und September 1944 zerstörten die Badeanlage weitgehend. Das Sommerbad blieb jedoch nutzbar. Ab 1952 begann der Wiederaufbau. 1955 wurde das Warmbad eröffnet, 1956 folgte das Sommerbad. In den Jahren 1963 bis 1965 erhielt das Becken eine Halle, wodurch das Schwimmen das ganze Jahr über möglich wurde. 1976 wurde die Anlage um ein weiteres Sommerbecken ergänzt.

Das Theresienbad verbindet somit eine jahrhundertealte Geschichte mit der modernen Wiener Badekultur. Von der Schwefelquelle bis zur heutigen Badeanlage spiegelt es die Entwicklung Meidlings und Wiens wider, als Teil der Stadt.

← Zurück zur Übersicht Meidling