Chronik
Inhaltliche Beschreibung
Wappen viergeteilt, belegt mit einem Herzschild. Die fünf Felder vereinigen die Wappen der ehemaligen Vororte Gaudenzdorf, Hetzendorf, Obermeidling, Altmannsdorf und Untermeidling.
Gaudenzdorf
Vor rotem Hintergrund steht eine silberne, von Bogen durchbrochene Brücke auf blauem Fuß. Darauf steht der heiligen Johannes Nepomuk mit schwarzem Talar, silbernem Chorrock und roter, goldverzierter Stola. Auf seinem Haupt, das von einem mit fünf goldenen Sternen besetzten Heiligenschein umgeben ist, trägt er ein schwarzes Barett. In der Rechten hält er ein braunes Kreuz, die Linke ist auf die Brust gelegt. Der Brückenheilige Johannes Nepomuk ist der Patron der Meidlinger Kirche. Er gilt auch als Schutzpatron gegen Überschwemmungen, was auf die Bedrohung des Gebiets durch den Wienfluss vor dessen Regulierung hindeutet.
Hetzendorf
Vor silbernem Hintergrund ist ein den Schild ausfüllendes schwarzes Kreuz abgebildet. Es handelt sich um das Wappen des Deutschen Ritterordens, der in Hetzendorf ab 1456 die Grundherrschaft innehatte.
Obermeidling
Der Wappenschild ist quergeteilt. Der obere Teil zeigt vor rotem Hintergrund ein goldenes Mühlrad. Dieses symbolisiert die früher hier situierten Mühlenbetriebe, vor allem die Rote Mühle am Wienfluss. Der untere Teil des Schilds zeigt vor silbernem Hintergrund einen grünen Berg, Anspielung auf das gleichnamige, markante topographische Element. Über ihm stehen ein goldener Halbmond mit Gesicht und ein goldener, sechszackiger Stern. Dies weist auf den einstigen Weinbau auf den Hängen des Grünen Berges hin. Das Wappen von Obermeidling wurde 1884 neu geschaffen.
Altmannsdorf
Vor blauem Hintergrund erhebt sich ein schwarzer Rabe mit gespannten Flügeln und einem goldenen Ring im Schnabel in die Lüfte. Er steht für die Brautwerbung König Oswalds von England, der einer Legende nach einen Latein sprechenden Raben zum Brautvater entsandte. Dieser hatte zuvor alle Freier um die Hand seiner Tochter töten lassen. Der heilige Oswald ist der Patron der Altmannsdorfer Kirche, weshalb die Gemeinde Altmannsdorf den Raben im Siegel führte.
Untermeidling
Der goldene Herzschild ist quer geteilt. Der obere Teil zeigt eine aus blauen Wellen ragende nackte Nymphe mit langem braunen Haar. Sie hält in beiden Händen silberne, blau verzierte Kannen. Dieses Sinnbild weist auf den Wienfluss und die Heilquellen am Theresienbad hin. Auf dem unteren Teil des goldenen Schilds ist ein quaderförmiger Römerstein mit schwarzer Inschrift „Nymphis sacrum T. Vettius Rufus leg III.“ abgebildet. Dieser steht für den 1853 an der Wien beim heutigen Theresienbad gefundenen römischen Altarstein aus Sandstein für die Nymphen, der sich heute im Bestand der Antikensammlung im Kunsthistorischen Museum befindet. Das Wappen von Untermeidling wurde 1884 neu geschaffen.
Entwicklung des Wappens
Hugo Gerard Ströhl konzipierte das Wappen 1903/1904 für die Versorgungsheimkirche. Diese 1904 publizierte Fassung entsprach, was die einzelnen Felder angeht, bereits im Wesentlichen in seiner heutigen Gestalt. Die Anordnung der Felder war folgende: 1: Obermeidling; 2: Untermeidling; 3: Gaudenzdorf; 4: geteilt von Hetzendorf und Altmannsdorf. Der Herzschild existierte noch nicht. Untermeidling war durch blauen Balken geteilt. Ströhl ließ den Entwurf auch in ein Wiener Gesamtwappen einfließen, bei dem er sämtliche Bezirkswappen zu einem gemeinsamen Wappenschild vereinte. Dabei enthielt das Wappen Obermeidlings ein goldenes Mühlrad, rechts oberschlächtig von Wasser bespült.

