Chronik

Altmannsdorf liegt heute in Meidling und war bis zur Eingemeindung Ende des 19. Jahrhunderts eine selbstständige Gemeinde. Die Geschichte des Ortes reicht jedoch weiter zurück. Vermutlich bestand hier bereits im frühen 12. Jahrhundert eine Siedlung. Schriftlich wird Altmannsdorf erstmals um 1136 erwähnt. Als historischer Mittelpunkt gilt der dreieckige Anger rund um den heutigen Khleslplatz, der an die ursprüngliche Struktur des Dorfes erinnert.

Woher der Ortsname stammt, ist nicht vollständig geklärt. Sicher ist, dass er auf einen Mann namens Altmann zurückgeht. Eine Verbindung zum Passauer Bischof Altmann kann nicht nachgewiesen werden, wird aber wegen früher Besitzungen der Augustiner in der Gegend für möglich gehalten.

Im Mittelalter entwickelte sich Altmannsdorf zu einem kleinen Dorf mit eigener Kirche. Im 15. Jahrhundert werden eine St.-Oswald-Kapelle und das Schloss Altmannsdorf erwähnt.

Eine wichtige Rolle spielte die Grundherrschaft. Die Augustiner-Eremiten erhielten sie 1444, nachdem der Wiener Bürger Erhart Griesser sie testamentarisch dem Orden vermacht hatte. Die Mönche errichteten einen Wirtschaftshof und bauten ihre Verwaltung in Altmannsdorf aus.

Die folgenden Jahrhunderte waren von wechselnden Besitzverhältnissen geprägt. 1539 verloren die Augustiner zunächst die Verwaltung ihrer Güter. Die Pest von 1679 und die Zweite Türkenbelagerung von 1683 hinterließen tiefe Spuren. Altmannsdorf wurde 1683 weitgehend zerstört und zahlreiche Einwohner kamen ums Leben. Der Wiederaufbau dauerte lange. Im 18. Jahrhundert gelangten wichtige Gebäude wieder in den Besitz der Augustiner. 1784 wurde ein eigener Friedhof angelegt.

Bis weit ins 19. Jahrhundert bewahrte Altmannsdorf seinen ländlichen Charakter. Erst mit dem Wachstum Wiens veränderte sich das Ortsbild. 1890/92 wurde Altmannsdorf größtenteils nach Wien eingemeindet und Meidling zugeschlagen. Ein kleinerer Teil kam zu Inzersdorf. Aus dem ehemaligen Dorf entwickelte sich allmählich ein städtisch geprägter Bezirksteil.

Von der langen Geschichte zeugen bis heute die Altmannsdorfer Kirche, der ehemalige Wirtschaftshof der Augustiner und der Khleslplatz. Das frühere Gemeindesiegel zeigte einen Raben mit einem Ring im Schnabel. Der Vogel ist das Attribut des heiligen Oswald, des Patrons der Altmannsdorfer Kirche, und erinnert damit an die religiöse Tradition des Ortes.

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