Chronik
Die Motorenfabrik J. Warchalowski war eine österreichische Maschinenfabrik und Hersteller von Verbrennungsmotoren sowie Kleintraktoren mit Sitz in Wien. Den Grundstock für das Unternehmen legte der aus Galizien stammende Mechaniker Jakob Warchalowski, gebürtig Jakob Warchol, 1836-1903, im Jahr 1858 mit der Gründung der Firma Maschinenfabrik J. Warchalowski. Seine erste Ehefrau war eine Enkelin von Josef Ressel, dem Erfinder der Schiffsschraube. Zu den ersten Produkten zählten Nähmaschinen, die mindestens bis in die 1890er Jahre erzeugt wurden – Warchalowski gehörte damit zu den ersten Herstellern von Nähmaschinen in Europa. 1862 erhielt er auf der Weltausstellung in London eine ehrenvolle Erwähnung für eine von ihm konstruierte Nähmaschine, die die gleichzeitige Verwendung von zwei oder drei Nadeln erlaubte. Später gründete er die Ungarische Nähmaschinen-Fabriks AG in Budapest, auch Fahrräder produzierte das Unternehmen.
Warchalowskis Söhne Josef, 1869-1917, August, 1873-1938, und Karl, 1879-1939, erweiterten sukzessive den Betrieb, entwickelten zahlreiche Patente und traten mit dem Unternehmen Werner & Pfleiderer in geschäftliche Verbindung. Der Flugpionier und Ingenieur Adolf Warchalowski, 1886-1928, war ebenfalls Teil der Geschwister und saß zeitweise in der Firmenleitung von Werner & Pfleiderer. 1913 wurden am Standort in der Paulusgasse Nr. 3 im 3. Wiener Gemeindebezirk „Rohöl- und Petrolinmotore" mit Leistungen zwischen einem und 100 PS sowie Lokomobile mit drei bis 20 PS Leistung erzeugt.
Ebenfalls 1913 gründete August Warchalowski die Österreichischen Industriewerke Warchalowski, Eissler & Co am Standort von Werner & Pfleiderer in der Odoakergasse in Wien-Ottakring, die bald 2.000 Mitarbeiter beschäftigten.

