Chronik

Die Vorortgemeinde Neulerchenfeld ließ nach Plänen von Caspar Hoffer in der Liebhartsgasse ein Epidemiespital errichten, das 1873 erstmals Verwendung fand. Wegen zunehmenden Kapazitätsmangels im Allgemeinen Krankenhaus, dem Wiedner Spital und der Rudolfstiftung erließ die Niederösterreichische Statthalterei am 13. März 1883 einen Erlass, dem zufolge die Vororte eigene Krankenanstalten zu errichten hätten. Die Gemeinde Neulerchenfeld beschloss daraufhin am 10. August 1883 die Errichtung eines eigenen Gemeindespitals, das an das bestehende Epidemiespital anschließen sollte. Zwischen Juli 1884 und Oktober 1885 wurde es nach Plänen von Josef Baldia um 234.000 Kronen errichtet und am 18. Oktober 1885 in Betrieb genommen; bereits am 21. Oktober 1884 war die Bitte der Gemeinde, das neue Spital „Kronprinzessin Stephanie-Spital" nennen zu dürfen, genehmigt worden.

Aufgrund eines Abkommens der Gemeinde Wien mit dem Land Niederösterreich vom 1. Dezember 1891 wurden 1892 das Kaiserin-Elisabeth-Spital in Rudolfsheim, das Wilhelminenspital, das Kronprinzessin-Stephanie-Spital, das Sankt Rochusspital in Penzing sowie die Gebäude des ehemaligen Bezirksspitals Sechshaus von der Stadt Wien übernommen. 1898 erhielt das Spital eine eigene Röntgenanlage. 1902 kamen Überlegungen auf, es zu schließen und in eine Schule umzuwandeln, es wurde aber weitergeführt und diente während des Ersten Weltkriegs als Lazarett: War der Belegraum in Friedenszeiten mit 108 Betten festgelegt, musste das Fassungsvermögen während des Krieges auf bis zu 700 Betten erweitert werden. Nach Kriegsende wurde es wieder als ziviles Spital genutzt, bis es 1928 geschlossen wurde. 1902 trat hier mit Gabriele Possanner von Ehrental die erste Frau, die an einer Universität der Donaumonarchie promoviert hatte, einen Aspirantenplatz an.

Zwischen 1928 und 1972 wurde das ehemalige Spital als Zahlungsstelle für Arbeitslose genutzt, seit 1978 befindet sich hier eine Musikschule der Stadt Wien. Das Gebäude wurde als dreigeschoßiger Bau in Neorenaissance-Formen errichtet, das Dekor der Fassade wurde im Laufe der Zeit reduziert; das Foyer ist mit Kreuzgratgewölben und korinthischer Pilaster- und Halbsäulengliederung ausgestattet. Als wesentliches Identitätsmerkmal der Stadt Wien ist das Kronprinzessin Stephanie-Spital in den Wiener Kulturgüterkataster aufgenommen worden.

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