Chronik
Der Gallitzinberg, Wilhelminenberg oder Predigtstuhl – umgangssprachlich Galiziberg – ist ein markanter Westhang Wiens im Bezirk Ottakring. Je nach Definition gilt der Gipfel als 388 oder 449 Meter hoch, der höchste Punkt wird durch die Jubiläumswarte markiert. Der Berg gehört größtenteils zum Ottakringer Gebiet, zudem haben auch die Bezirke Hernals und Penzing Anteile. Benannt wurde er nach Demetrius Michailowitsch Gallitzin, dem russischen Botschafter in Wien, der in den 1780er Jahren Besitz am Berg erwarb. Später erhielt die Bezeichnung Wilhelminenberg durch Wilhelmine Montléart-Sachsen-Kurland, eine Mäzenin Ottakrings, Verbreitung; heute werden alle drei Bezeichnungen oft nebeneinander verwendet.
Der Berg liegt in einem nordöstlichen Ausläufer der Ostalpen und gehört überwiegend der Flyschzone an. Eine ausgedehnte Laubwaldzone prägt das Areal, der Osthang ist bebaut und beherbergt zahlreiche Villen – die Villenanlage begann in den 1870er Jahren. Am Berg befinden sich das Schloss Wilhelminenberg, das Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie, die Kuffner-Sternwarte, die Starchant-Kirche, ein Benediktinerinnen-Kloster, das Hotel Schani sowie der Ottakringer Friedhof und das Wilhelminenspital. Auf dem Gipfel steht die 30 Meter hohe Jubiläumswarte, deren oberste Plattform rund 480 Meter Seehöhe erreicht. Drei Bäche entspringen am Gallitzinberg – der Ottakringerbach, der Rosenbach und der Rotherdbach –, deren Täler das Liebhartstal geprägt haben.
Oskar Kokoschka erwarb in den 1920er Jahren eine Villa unterhalb des Schlosses Wilhelminenberg, die bis heute im Familienbesitz ist. Im Schloss Wilhelminenberg selbst war von 1934 bis 1938 der Sitz der Wiener Sängerknaben. Der Gallitzinberg bleibt so ein prägendes, historisch vielschichtiges Ensemble, das Natur, Architektur und Geschichte Wiens verbindet.

