Chronik
Emanuel Schikaneders neu erbautes Theater an der Wien wurde am 13. Juni 1801 mit der Oper „Alexander" von Franz Teyber eröffnet. Sein weiteres Schicksal gestaltete sich sehr mannigfaltig, es wurden hier nicht nur Schauspiele, Opern, Operetten und Konzerte gegeben, sondern in der ersten Zeit auch Zirkusvorstellungen. 1803/1804 wohnte Ludwig van Beethoven im Theatergebäude, wo man ihm einige Zimmer eingeräumt hatte; er komponierte für das Theater seine Oper „Fidelio", deren Uraufführung am 20. November 1805 stattfand. Eine Gedenktafel befindet sich in der Millöckergasse. Auch sein Violinkonzert wurde hier uraufgeführt. Heinrich von Kleist verfasste für die Bühne sein „Käthchen von Heilbronn".
Eine Blütezeit erlebte das Haus unter Ferdinand Pálffy, der am 1. Oktober 1813 das Haus kaufte und hier die ersten Opern von Rossini und Weber inszenierte und Grillparzers „Die Ahnfrau" am 31. Jänner 1817 zur Uraufführung brachte. Im 20. Jahrhundert, 1900–1935, folgte die sogenannte „Silberne Operettenära", mit der der Name von Direktor Wilhelm Karczag, 1901–1922, verbunden bleibt. Edmund Eysler, Leo Fall und Franz Lehár, dessen „Lustige Witwe" hier 483 Aufführungen en suite erlebte – die höchste Aufführungszahl, die ein Stück auf dieser Bühne bis dahin erreicht hatte – zählen zu seinen Entdeckungen. Karczags Schwiegersohn Hubert Marischka, 1922–1935, konnte mit dem übernommenen Ensemble noch ein Jahrzehnt hindurch Erfolge erzielen.
Nach Kriegsende fand im Theater an der Wien als Ausweichquartier am 6. Oktober 1945 die Wiedereröffnung der Staatsoper mit Beethovens „Fidelio" statt. Später hat sich das Theater auch als Musicalbühne durchgesetzt und europäischen Ruf erlangt, wie „Der Mann von La Mancha", „Gigi" oder „Anatevka". 1981 erfolgte eine Generalrenovierung, nach Einbau einer der modernsten Licht- und Tonanlagen der Welt wurde 1983–1988 die Erfolgsproduktion „Cats" von Andrew Lloyd Webber gespielt.
2003 wurde beschlossen, das Theater an der Wien neben der Staats- und Volksoper als dritte Opernbühne Wiens zu führen. Das bisher dem Musical vorbehaltene Haus, in dem 2003 das 1992 hier uraufgeführte Musical „Elisabeth" neuerlich auf den Spielplan gesetzt wurde, wird ab 2007 unter neuer Intendanz mit einem Programm bespielt, das von der Barockoper bis zur Avantgarde reicht.

