Chronik

Die Listo Film war eine von 1919 bis 2005 bestehende Wiener Filmgesellschaft, die seit 2005 als Listo Videofilm weitergeführt wird. Das Unternehmen wurde 1919 als Filmproduktionsgesellschaft gegründet, stellte die Produktion jedoch in der Nachkriegszeit ein und widmete sich seither ausschließlich dem Kopieren von Filmen. Mit der Gründung der Tochtergesellschaft Listo Videofilm im Jahr 1985 konnte sich die ehemalige Produktionsgesellschaft als Spezialist in der digitalen Nachbearbeitung, 3D-Animation und bei Spezialeffekten jedoch ein neues Standbein schaffen. 2005 übernahm die Listo Videofilm schließlich das Filmkopierwerk, die Räumlichkeiten und den Nachlass der Listo Film.

1919 gründeten die jüdischen Kaufleute Heinrich Moses Lipsker und Adolf Stotter unter Beteiligung des Zigarettenhülsenfabrikanten Adolf Ambor die Listo Film, deren Name sich aus den Initialen der beiden Nachnamen der Gründer zusammensetzte. Für die Produktionsleitung wurde Robert Reich eingestellt. Das Unternehmen, das auch selbst Filme herstellte, zählte somit zu den bedeutendsten Filmgesellschaften Österreichs dieser Jahre. Den Zusammenbruch der „Filmblase" zwischen 1924 und 1926, die mit einer europaweiten Filmwirtschaftskrise im Zuge der aggressiven Expansionspolitik US-amerikanischer Filmhersteller zusammenfiel, und die das Ende der meisten Filmgesellschaften Österreichs bedeutete, konnte die Listo Film überstehen. 1922 traten Lipsker und Stotter aus der Gesellschaft aus, das Unternehmen wurde nun von Ambor alleine geführt.

Mit der Einführung des Tonfilms in Österreich ab etwa 1930 war das Atelier nicht mehr zeitgemäß, sodass Ambor nicht in die Umstellung investierte und die Produktion 1931 eingestellt wurde. Die Listo Film beschränkte sich fortan auf Entwicklungs- und Kopierarbeiten. 1985 gründete Franziska Appel im selben Gebäude mit demselben Logo gemeinsam mit der Listo Film unter der Leitung von Elfriede Posch die Listo Videofilm GesmbH. Am 14. April 2005 meldete die 1919 gegründete Listo Film unter der Leitung von Elfriede Posch Konkurs an – die Aktivitäten, vor allem die Filmkopierung, wurden von Listo Videofilm übernommen. Bis zur Gründung der Synchro Film im Jahr 1985 verfügte die Listo Film über das einzige Filmkopierwerk Wiens.

1919 bezog die Produktionsgesellschaft ein 1893 errichtetes Fabrikgebäude in der Gumpendorfer Straße 132 und richtete dort im zweiten Stock eine Film- und Kopieranstalt ein. Das Dachgeschoß wurde bis 1922 zu einem 43 mal 13 Meter, also über 500 m² großen Filmatelier mit transparenter Glas-Eisen-Konstruktion umgebaut – das größte Dachatelier Wiens. Es verfügte über einen Lastenaufzug, der auch Kutschengespanne zu Filmaufnahmen in das Atelier bringen konnte. Das denkmalgeschützte Gebäude wurde von 1997 bis 1999 saniert und dient heute, neben der Nutzung durch die Listo Videofilm, als Büro- und Wohngebäude.

Text: © wikipedia.org

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