Chronik

Die Bettlerstiege war ursprünglich eine mehrstöckige Stiegengasse, die von der Laimgruben-Hauptstraße, der heutigen Mariahilfer Straße, in drei Absätzen mit etwa 50 Stufen hinab zur Kothgasse, heute Gumpendorfer Straße, führte und eine Verbindung vom Spittelberg zur Laimgrube bildete, der heutigen Königsklostergasse. Sie kommt schon in Urkunden aus der Zeit Herzog Albrechts des Lahmen, 1330–1358, als Versammlungsort der Bettler vor, Bettelbühel genannt.

Königin Elisabeth, die Tochter Maximilians II. und Witwe Karls IX. von Frankreich, gründete nach schweren Enttäuschungen ein Kloster, das „Königinkloster", welches 1583 geweiht wurde. Sie beschenkte es unter anderem mit Gütern außerhalb der Stadt, darunter einem Meierhof nächst der Bettlerstiege, welcher erst 1886 abgebrochen wurde, etwa Königsklostergasse 2. Auf Veranlassung der Stifterin wurde hier den Armen täglich eine Mittagskost verabreicht, welche die Bettelnden auf der Stiege sitzend verzehrten; der Zuzug wurde dadurch noch vermehrt.

Die Bettler hatten auf dem Bettelbühel, auch Bettlerbühel, schon um 1400 nachweisbarer Name für das Ratzenstadel, das bis 1850 Magdalenagrund hieß, auch ihre Herberge. Der Bettelbühel wurde immer mehr zum Sammelpunkt aller Fechtbrüder und Bettelweiber, die sich in den zahlreichen Garküchen und Schenken der Umgebung einer ungehemmten Ausgelassenheit hingaben. Die schmale Passage der Bettlerstiege war lange Zeit hindurch der einzige Weg, auf dem sich der Verkehr zwischen den Vorstädten St. Ulrich, Spittelberg, Laimgrube und der Theatergegend an der Wien abwickelte. Eine Zeitlang führte sie auch den Namen Capistranstiege.

Die Bettlerstiege wurde 1887, nachdem der Stiegenweg beseitigt und entsprechend nivelliert worden war, in die Königsklostergasse umgewandelt.

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