Chronik

Nach Kriegsende fand im Theater an der Wien als Ausweichquartier am 6. Oktober 1945 die Wiedereröffnung der Staatsoper statt. Die Mollardschule wurde 1947 wiederhergestellt. Die eingestellte Straßenbahnlinie 13 ersetzte 1961 eine mit Doppeldeckerbussen befahrene Linie 13a, die ab 1990 mit normalen Bussen befahren wurde. 1962 erfuhr das Apollokino eine völlige Neugestaltung. Die Mariahilfer Straße erhielt 1972 die erste Weihnachtsbeleuchtung. 1977 übersiedelte der Flohmarkt vom Platz Am Hof auf die Linke Wienzeile, auf das Gebiet des ehemaligen Großmarkts. Der Baubeginn der U-Bahnlinie U3 verwandelte ab 1985 die Mariahilfer Straße in eine große Baustelle, sie wurde 1993 als Einkaufsstraße wiedereröffnet.

1986 wurde der Alfred-Grünwald-Park eröffnet, 1989 das schwul-lesbische Zentrum „Rosa Lila Villa" an der Linken Wienzeile 104 mit Beratungszentrum. 1990 entstand im ehemaligen Gasthof „Ganslwirt" eine Drogenberatungsstelle, 1994 auf Initiative des Pfarrers der Mariahilfer Kirche eine Wärmestube für Obdachlose, „Die Gruft". 1997 eröffnete das Aids-Hilfe-Haus am Mariahilfer Gürtel 4. Ab dem Gedenkjahr 2008 erinnerten Gedenktafeln in den betroffenen Wohnhäusern an die vom NS-Regime deportierten. Mariahilf erhielt mehrmals den Titel „Attraktivster Wohnbezirk von Wien".

Im Jahr 1768 setzte mit der Gründung der größten Wiener Seidenzeug-Fabrik durch C.G. Hornbostel die „Manufakturperiode" ein. 1769 folgte die Seidenzeug- und Samtfabrik von Engelbert König in Gumpendorf. Im Jahr 1816 erwarb Christian Hornbostel das Patent auf mit Wasserkraft betriebene Webstühle. Aber auch andere Wirtschaftszweige siedelten sich im heutigen Bezirk an, so 1821 die Großdrogerie Wilhelm Neuber. Im Jahr 1841 gründete Carl Geyling im Geyling-Schlössel eine Glasmalereiwerkstatt, die bald große Berühmtheit erlangte.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich Mariahilf zum wichtigsten Gewerbe- und Fabriksbezirk Wiens. 1865 siedelte sich die Möbelfabrik Bernhard Ludwig im Bezirk an, 1889 die Wiener Elektrizitäts-Aktien-Gesellschaft, die in der Kaunitzgasse eine Elektrizitätserzeugungsanlage errichtete. 1900 erfolgte die Ansiedlung von Brevillier & Urban in der Laimgrube. Auch die Textilindustrie war prominent vertreten: Im Jahr 1900 wurde die Firma Palmers gegründet.

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