Chronik
Siebenhirten, eine ehemalige selbständige niederösterreichische Ortsgemeinde, ist seit 1938 ein Stadtteil von Wien, seit 1954 Teil des 23. Bezirks und Katastralgemeinde. Siebenhirten entwickelte sich als Straßendorf mit Dreiseit- und Hakenhöfen und wurde um 1140/1150 als Subinnirtin, das heißt sieben Hirten, erstmals urkundlich erwähnt. Das regelmäßige Straßendorf entstand aus einer Zeilensiedlung am Petersbach westlich der heutigen Triester Straße. Im 15. Jahrhundert standen die Teufelsmühle und die St.-Mang-, später Martin-Kirche am Petersbach, 1944 zerstört. 1559 bis 1848 war Siebenhirten Teil der Rodauner Grundherrschaft, die Ketzergasse bildete die Verbindung der beiden Orte. 1683 wurde Siebenhirten von den Türken zerstört, im 18. Jahrhundert bildete es das landwirtschaftliche Hauptproduktionsgebiet, überwiegend Getreide, der Herrschaft Rodaun.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts setzte mit den Anfängen der Industrialisierung ein allmählicher Aufschwung ein, die Einwohnerzahl stieg bis 1910 gewaltig an. 1911/1912 kam es zur Gründung einer eigenen Pfarre, bis dahin war Atzgersdorf eingepfarrt. In der Lemböckgasse befindet sich eine kleine Straßenkapelle mit spätbarocker Kreuzigungsgruppe.
Ab 1938 bildete Siebenhirten mit Atzgersdorf, Erlaa, Inzersdorf, Kalksburg, Liesing, Mauer und Rodaun den damaligen 25. Bezirk von Groß-Wien. Seit dem Inkrafttreten des Gebietsänderungsgesetzes 1946/1954 gehört es zum 23. Bezirk.

