Chronik

Ober- und Unterliesing waren bis 1938 eine eigenständige Stadtgemeinde. Das Dorf am Liesingbach wird urkundlich bereits 1002 als Liezniccha erwähnt, ein slawischer Gewässername, Lesnika, Waldbach. Es ist als sicher anzunehmen, dass damals auch der Ort, der dem Bach seinen Namen verdankt, bereits bestand, der älteste Ortskern liegt im Bereich des heutigen städtischen Pflegeheims. Die Ortschaft war bis zum 15. Jahrhundert Eigentum der österreichischen Herzoge, die verschiedenen Familien damit belehnten. Um 1179 erscheinen die Brüder Heinrich, Adalbert und Otto von Liesing, 1387 verkaufte Heinrich von Pottendorf Gülten und Güter zu Liesing an Georg von Liechtenstein. In der Ersten Türkenbelagerung 1529 wurde die Ortschaft von den Osmanen weitgehend zerstört.

Ferdinand I. unterstellte 1543 Liesing und Atzgersdorf der Lehensherrschaft des Bistums Wien. 1645 wurde Liesing an Matthias Freiherr von Goldegg verkauft, der das Gut bereits 1657 dem Wiener Barbarakonvikt schenkte, in dessen Besitz es bis 1789 blieb. Nach Aufhebung des Jesuitenordens kam das Gut Liesing an den Religionsfonds, schließlich 1800 an Josefa Gräfin Breuner. 1832 kaufte der Hofjuwelier Valentin von Mack die Herrschaft, 1841 erfolgte der Anschluss an die Wien-Gloggnitzer Bahn, 1850 erwarb Christof Manteles das Schloss aus der Mackschen Konkursmasse.

1905 wurde Liesing zur Stadt erhoben und erhielt von Kaiser Franz Joseph I. ein Wappen aus dem Wappenbrief vom 27. April 1906. 1938 wurde Liesing als Teil des gleichnamigen Bezirks nach Wien eingemeindet.

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