Chronik
Das Poppenwimmer Kino war über viele Jahrzehnte ein fixer Bestandteil des kulturellen Lebens in Floridsdorf. Seine Geschichte begann 1911, als Sophie Poppenwimmer gemeinsam mit ihrem Ehemann, dem Fotografen Franz Poppenwimmer, im Hof eines Wohnhauses ein Kino eröffnete. Der Betrieb trug zunächst den Namen Floridsdorfer Weltbiographentheater und befand sich am damaligen Bismarckplatz, dem heutigen Hoßplatz. Der große Kinosaal war für die damalige Zeit bemerkenswert und sollte ursprünglich mehr als 300 Besucherinnen und Besucher aufnehmen, die Behörden standen dem Vorhaben jedoch zunächst kritisch gegenüber: Nach schweren Theaterbränden in früheren Jahrzehnten galten besonders strenge Sicherheitsvorschriften, Feuerwehr, Polizei und Magistrat beschäftigten sich intensiv mit der zulässigen Anzahl der Sitzplätze. Schließlich durfte das Kino 1911 mit 255 Plätzen eröffnen, in den folgenden Jahren wurde die Kapazität weiter ausgebaut.
Franz Poppenwimmer war bis 1919 Lizenzinhaber, nach seinem Tod übernahm Sophie Poppenwimmer die Leitung, die neben dem Kino auch ein Gemischtwarengeschäft führte. Ab 1918 war außerdem Marie Butz zur Hälfte am Betrieb beteiligt. Mit dem Wiener Kinogesetz von 1926 erhielt das Unternehmen den Namen Kino Poppenwimmer, im August 1931 erhielt es eine moderne Tonanlage und wurde anschließend als Tonkino Poppenwimmer geführt. Während des Zweiten Weltkriegs musste der Spielbetrieb aufgrund der Luftangriffe zeitweise unterbrochen werden, nach Kriegsende bestellte die Stadt Wien Alfred Migsch zum öffentlichen Verwalter.
Sophie Poppenwimmer starb im Jänner 1946, Marie Butz wurde Alleinerbin und führte den Betrieb weiter. Besonders bekannt war das Kino unter dem liebevollen Namen Popperl Kino und seine beliebten Vorstellungen am Nachmittag. Mit der Zeit verlor das kleine Stadtkino jedoch an Bedeutung und Publikum, 1985 wurde das Kino Poppenwimmer schließlich geschlossen und damit ein Stück Floridsdorfer Kinogeschichte beendet.

