Chronik
Im Norden Wiens liegt mit dem Wasserpark eine besondere Grün- und Erholungsanlage an der Alten Donau. Auf einer Fläche von etwa 143.000 Quadratmetern verbindet der Park Spazierwege, kleine Wasserläufe, Teiche und bepflanzte Bereiche miteinander, rund ein Drittel des Areals besteht aus Wasserflächen. Die Geschichte des Wasserparks hängt eng mit der Entwicklung der Donau in Wien zusammen: Durch die Donauregulierung in den Jahren 1870 bis 1875 wurde ein früherer Hauptarm des Flusses vom Strom getrennt, aus diesem Gewässer entstand die Alte Donau. Am nordwestlichen Ende kam es im Laufe der Zeit zu Ablagerungen, wodurch das Gelände zunehmend sumpfig und unansehnlich wurde – eine umfassende Sanierung sollte dieses Problem lösen und gleichzeitig einen neuen Erholungsraum für die Bevölkerung schaffen.
Zwischen 1928 und 1929 wurde das Gebiet zu einer Parkanlage umgestaltet: An mehreren Stellen wurden Vertiefungen ausgehoben, das dabei gewonnene Erdreich diente dazu, andere Teile des Geländes aufzuschütten. Auf diese Weise entstanden zwei Teiche, die durch Kanäle miteinander verbunden sind, eine größere Insel bildet dabei ein markantes Element der Anlage. Auch die Gestaltung der Wege und Brücken verleiht dem Wasserpark seinen besonderen Charakter: Die Wege wurden teilweise mit Gneis eingefasst und mit Laternen ausgestattet, kleine, steil ansteigende Brücken führen über die schmalen Kanäle und greifen gestalterische Elemente des japanischen Gartenbaus auf. Eine weitere Sehenswürdigkeit ist die Bronzeplastik eines Storchenpaares, das Werk von Anton Endstorfer wurde 1958 aufgestellt und erinnert an die Bedeutung der Tierwelt für das Gebiet.
Heute dient der Wasserpark vor allem als Naherholungsgebiet: Spaziergänger können dort die Nähe zum Wasser und die bepflanzte Umgebung genießen, während die verschiedenen Wasserflächen Lebensraum für zahlreiche Tiere bieten. Besonders im Winter hat das Gebiet eine ökologische Bedeutung: Durch warmes Wasser, das über den Hubertusdamm in das Gewässer gelangt, frieren die Wasserflächen nicht vollständig zu, wodurch Wasservögel auch in der kalten Jahreszeit einen geeigneten Aufenthalts- und Überwinterungsort finden. Der Floridsdorfer Wasserpark verbindet so Stadtgeschichte, Landschaftsgestaltung und Naturschutz und ist durch seine Lage nahe dem Floridsdorfer Zentrum ein gut erreichbarer Rückzugsort mitten im dicht besiedelten Wiener Norden.

