Chronik
Das Bezirkswappen von Floridsdorf ist fünfgeteilt und mit einem Herzschild belegt, die sechs Felder vereinigen die Wappen der ehemaligen Vororte oder ehemals selbständigen Ortsgemeinden Leopoldau, Stammersdorf, Jedlesee, Strebersdorf, Großjedlersdorf und Floridsdorf. Vor blauem Hintergrund hält im Leopoldau-Feld ein Arm einen Strauß mit fünf goldenen Ähren, die auf die dort betriebene Landwirtschaft hinweisen. Stammersdorf zeigt als redendes Wappen vor silbernem Hintergrund vier Bäume auf einer grünen Wiese – die mächtigen Baumstämme kamen aufgrund einer etymologischen Fehldeutung des Ortsnamens zum Einsatz, der erstmals 1177/85 als Stueumarstorf belegte Name stammt tatsächlich vom slawischen Personennamen Stojmir.
Jedlesee zeigt vor silbernem Hintergrund die Jungfrau Maria zu Loretto mit dem Jesuskind, beide mit goldenen Kronen, flankiert von den Buchstaben M und L für Maria und Loretto – Maria zu Loretto ist die Patronin der Jedleseer Kirche, das Wappen eine Nachbildung der dortigen Wallfahrtsstatue. Großjedlersdorf zeigt vor rotem Hintergrund zwei silberne gekreuzte, zugebundene Säcke als Symbol der dort betriebenen Landwirtschaft. Strebersdorf zeigt vor blauem Hintergrund auf grüner Wiese einen silbernen Turm mit rotem Dach und zwei roten Fahnen, dessen Bedeutung auf das Siegel des ehemaligen Vorortes zurückgeht und nicht restlos geklärt ist. Floridsdorf selbst zeigt als redendes Wappen vor silbernem Hintergrund eine grüne Blumenvase, aus der drei rote Blumen ragen – die Wappenfigur verweist auf den Bezirksnamen, in dem das lateinische Wort flos für Blume steckt; die Gemeinde wurde nach ihrem Gründer benannt, dem Klosterneuburger Propst Floridus Leeb.
Hugo Gerard Ströhl konzipierte 1903/1904 die Wiener Bezirkswappen für die Versorgungsheimkirche, zu einer Zeit, als Floridsdorf noch nicht zum Wiener Gemeindegebiet gehörte. Das Floridsdorfer Bezirkswappen entstand vielleicht bald nach der Bezirksgründung Ende 1904, spätestens aber 1910, als es erstmals publiziert wurde – Ströhls Entwurf zeigte entsprechend der damaligen Bezirkszusammensetzung zusätzlich Felder für Hirschstetten, Aspern, Kagran und Stadlau, die wegen der Gebietsänderungen 1938 heute Teil des Bezirkswappens der Donaustadt sind. Das im Oktober 1985 im Auftrag des Wiener Stadt- und Landesarchivs erstellte und 1992 umgesetzte Wappen berücksichtigte diese Gebietsänderungen.

