Chronik

Die Floridsdorfer Brücke zählt zu den bedeutenden Donauquerungen Wiens. Sie verbindet die Bezirke Brigittenau und Floridsdorf und dient sowohl dem Individualverkehr als auch dem öffentlichen Verkehr sowie Fußgängern und Radfahrern – eine besondere Bedeutung besitzt sie für die Wiener Straßenbahn, da sie die einzige Donauquerung ist, die von Straßenbahnen genutzt wird. Die Brücke setzt sich aus mehreren konstruktiv unterschiedlichen Abschnitten zusammen: der etwa 95 Meter langen Kaibrücke über Handelskai und Donauuferbahn, der 332,5 Meter langen Strombrücke als Hauptteil sowie der rund 215 Meter langen Flutbrücke, ergänzt durch eine Kreuzungsplatte über die Donauuferautobahn A22.

Die Geschichte einer Donauquerung an dieser Stelle reicht bis ins 15. Jahrhundert zurück, als bereits ein hölzerner Übergang existierte. Im Zuge der Donauregulierung begann 1872 der Bau der Kaiser-Franz-Joseph-Brücke, die zwei Jahre später eröffnet wurde. Mit der zunehmenden Bedeutung Floridsdorfs und dessen Eingemeindung nach Wien 1904 stieß diese Brücke an ihre Grenzen, daher wurde 1913 im Beisein von Kaiser Franz Joseph I. der Grundstein für einen umfassenden Umbau gelegt. Der Erste Weltkrieg verzögerte die Arbeiten erheblich, Ende 1922 konnte ein Teil für den Straßenbahnverkehr genutzt werden, die vollständige Eröffnung erfolgte am 25. Juni 1924 – von da an trug die Brücke den Namen Floridsdorfer Brücke.

In der Nacht vom 13. auf den 14. April 1945 sprengte die sich zurückziehende deutsche Wehrmacht das Bauwerk, bereits wenige Monate später begannen die Arbeiten für den Wiederaufbau. Am 11. April 1946 wurde die Brücke zu Ehren des sowjetischen Militärführers Rodion Malinowski in Malinowski-Brücke umbenannt, im Juli 1956 beschloss man die Rückkehr zum ursprünglichen Namen. Nach dem Einsturz der Reichsbrücke 1976 wurden zahlreiche Wiener Brücken untersucht, dabei stellte man auch an der Floridsdorfer Brücke erhebliche Schäden fest – ein Brückenpfeiler wies so große Mängel auf, dass das Bauwerk am 23. Dezember 1976 sofort gesperrt werden musste. Ab 2. April 1977 konnten die Straßenbahnlinien wieder fahren, gleichzeitig begann der Bau eines neuen Brückenteils stromaufwärts neben dem bestehenden Bauwerk.

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