Chronik

Die Österreichische Fiat-Werke Aktiengesellschaft wurde 1907 mit Unterstützung der Anglo-Österreichischen Bank und der Turiner Fiatwerke gegründet. In Wien-Floridsdorf entstand ein Werk mit Reparaturwerkstätte, in dem Personenwagen, Lastkraftwagen und Omnibusse gefertigt wurden – daneben produzierte das Unternehmen Stationär- und Schiffsmotoren sowie Flugmotoren, ab 1912 entstanden die Karosserien in einer eigenen Abteilung. Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs brach die Verbindung zum Fiat-Stammhaus in Turin zunächst ab, gleichzeitig wurde das Werk erweitert: Die Produktion gewann an Bedeutung, auch der kaiserliche Hof gehörte zu den Abnehmern, während der Kriegsjahre beschäftigten die Austro-Fiat-Werke rund 1.900 Menschen.

Nach dem Krieg wurde die österreichische Fahrzeugindustrie neu geordnet, 1921 erhielt das Unternehmen den Namen Österreichische Automobil-Fabriks-Aktiengesellschaft, vormals Austro-Fiat. Ein bekannter Personenwagen war der 1923 präsentierte Austro-Fiat 9/32, ein Jahr später folgte der erfolgreiche Schnell-Lastwagen AFN, der häufig als Grundlage für Autobusse und Feuerwehrfahrzeuge eingesetzt wurde. Die Weltwirtschaftskrise traf das Unternehmen zu Beginn der 1930er Jahre schwer, die Zahl der Beschäftigten sank erheblich. 1936 erhielt die ÖAF eine Lizenz zur Herstellung von Dieselmotoren nach MAN-Technologie für Österreich und Osteuropa, während des Zweiten Weltkriegs wurden vor allem Lastwagen mit MAN-Motoren produziert.

Nach 1945 lagen die durch Bomben beschädigten Floridsdorfer Werke in der sowjetischen Besatzungszone und wurden der USIA zugeteilt, was den Wiederaufbau verlangsamte und die Zusammenarbeit mit MAN unterbrach. Nach dem österreichischen Staatsvertrag gingen bedeutende Aktienanteile in das Eigentum der Republik Österreich über. In den folgenden Jahrzehnten blieb ÖAF ein Hersteller von Nutzfahrzeugen, in den 1970er Jahren lösten moderne MAN-Modelle ältere Fahrzeuge zunehmend ab. 1984 begann die Planung eines neuen Stammwerks in Wien-Liesing, zwischen 1985 und 1987 entstanden dort Werkstätten, Produktionshallen, ein Sozialgebäude und ein Verwaltungsgebäude.

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