Chronik
Der Bruckhaufen ist ein Ortsteil Wiens und gehört zur Katastralgemeinde Donaufeld. Seine Geschichte ist eng mit der Donau und deren Regulierung verbunden: Früher bezeichnete man mit dem Wort Haufen Schotter- und Sandinseln in der Donau, der Name Bruckhaufen bezog sich ursprünglich auf eine solche Insel, die zwischen zwei Brücken lag, später wurde die Bezeichnung auf die dort entstandene Siedlung übertragen. Im Süden und Osten bildet die Donauturmstraße die Grenze zum Bezirk Donaustadt, im Westen begrenzen Donauuferautobahn und Schnellbahntrasse das Gebiet, nördlich schließt die Alte Donau an, wo sich unter anderem das Angelibad und das Eisenbahnerbad befinden. Einige Straßen erinnern mit ihren Namen an die Geschichte der fahrenden Völker, darunter der Romaplatz sowie der Lovara- und Sintiweg.
Eine wichtige Veränderung brachte die Wiener Donauregulierung: Durch den neu angelegten Donauhauptstrom wurde der Bruckhaufen Teil einer größeren Insel zwischen der Alten Donau und dem neuen Flussbett. Das Gebiet gehörte damals dem Stift Klosterneuburg, ab 1871 befand sich dort die Militärschießstätte Kagran, an die noch heute die Kugelfanggasse erinnert. Auf der Insel entstand außerdem eine städtische Mülldeponie, die bis in die 1960er-Jahre genutzt wurde, zwischen 1936 und 1952 transportierte die Müllbahn Bruckhaufen Abfälle durch das Gebiet.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelte sich der Bruckhaufen zunehmend zu einem Erholungs- und Wassersportgebiet: Neben Badehütten und Schrebergärten entstanden auch feste Wohnhäuser, obwohl zunächst ein Bauverbot bestand. Die Bewohner schlossen sich der Wiener Siedlerbewegung an und gründeten 1925 den Verein Donauland, gegen Ende der 1920er-Jahre wurde die Siedlung durch eine Änderung des Flächenwidmungsplans offiziell anerkannt, 1935 erwarb die Stadt Wien das Grundstück vom Stift Klosterneuburg. Für die Gartenschau WIG 64 wurde 1964 die Schnellbahnstation Wien Strandbäder errichtet, die im Jahr 2000 nach Eröffnung der U6-Station Neue Donau wieder geschlossen wurde. Heute prägen Wohnhäuser, Grünflächen und die Nähe zur Alten Donau das Erscheinungsbild des Bruckhaufens; bei der Überplattung der Donauuferautobahn befindet sich das Islamische Zentrum Wien, in der Kugelfanggasse steht die römisch-katholische Pfarrkirche St. Elisabeth.

