Chronik
Leopoldau ist heute ein Teil von Floridsdorf, bis 1904 war der Ort jedoch eine selbstständige Gemeinde. Er liegt im Marchfeld an einer alten Verkehrsverbindung, die vom Donauübergang bei Jedlesee über Leopoldau weiter nach Deutsch-Wagram und Aspern führte. Die Lage an der Donau beeinflusste die Geschichte des Ortes stark: Früher reichten Seitenarme des Flusses bis an den Ortskern, weshalb Leopoldau immer wieder von Hochwasser betroffen war. Der historische Ortskern entstand als Angerdorf auf einem ehemaligen Donauarm, bis in die 1970er-Jahre standen die Häuser noch relativ geschlossen rund um den Anger.
Archäologische Funde zeigen, dass das Gebiet bereits seit der Jungsteinzeit besiedelt war. Erstmals schriftlich erwähnt wurde der Ort 1125 unter dem Namen Alpitowe, der heutige Name Leopoldau setzte sich im 18. Jahrhundert durch und wird mit Kaiser Leopold I. verbunden. Das Leben der Bevölkerung war früher vor allem durch Landwirtschaft und Fischfang geprägt, gleichzeitig hatte der Ort immer wieder mit Katastrophen zu kämpfen: 1338 vernichtete eine Heuschreckenplage die Felder, im 17. Jahrhundert forderte eine Pestepidemie zahlreiche Todesopfer, 1773 wurden rund 50 Häuser durch einen Brand zerstört. Besonders schlimm war das Hochwasser vom 1. März 1830, bei dem acht Menschen ertranken und 89 Häuser teilweise schwer beschädigt wurden – eine Hochwassermarke am Leopoldauer Platz erinnert noch heute daran.
Ein wichtiger Vorteil für Leopoldau war der Bau der Donaubrücke 1439, wodurch landwirtschaftliche Produkte leichter zu den Wiener Märkten gebracht werden konnten. 1831 wurde Leopoldau zur Marktgemeinde erhoben, im 19. Jahrhundert entstanden neben Bauernhöfen auch Fabriken und neue Wohnhäuser, gleichzeitig entwickelten sich die Siedlungen Neu-Leopoldau und Mühlschüttel, aus denen später Donaufeld hervorging. 1904 wurde Leopoldau nach Wien eingemeindet und Teil von Floridsdorf, die Bevölkerung, besonders die Bauern, war zunächst gegen diesen Schritt. Im 20. Jahrhundert entstanden neue Wohnsiedlungen wie die Großfeldsiedlung und die Nordrandsiedlung, trotzdem blieb der alte Ortskern weitgehend erhalten. Heute sind rund um den Leopoldauer Platz der alte Anger, die Kirche Maria im Elend und zahlreiche traditionelle Gebäude erhalten.

