Chronik
Die Pfarrkirche Großjedlersdorf, die auch unter dem Namen Wallfahrtskirche Klein-Maria-Taferl bekannt ist, zählt zu den bedeutenden sakralen Bauwerken von Floridsdorf. Sie gehört zur römisch-katholischen Kirche, ist dem heiligen Karl Borromäus geweiht und steht als Teil der Erzdiözese Wien aufgrund ihrer historischen und architektonischen Bedeutung unter Denkmalschutz. Das Gotteshaus befindet sich an der Amtsstraße im historischen Ortskern des ehemaligen Dorfes Jedlersdorf, seine Lage ist ungewöhnlich, da es unmittelbar an der ehemaligen Hauptstraße errichtet wurde und den Straßenraum bis heute prägt.
Die Geschichte der Pfarre reicht weit zurück: Bereits zwischen 1538 und 1583 bestand in Jedlersdorf eine selbstständige Pfarre, in anderen Zeitabschnitten wurde der Ort von Kagran aus seelsorglich betreut. Einen wichtigen Impuls für die Entwicklung des Kirchenstandortes gab die Pest der Jahre 1713 und 1714: Die wenigen Überlebenden ließen aus Dankbarkeit eine hölzerne Kapelle errichten, die im Laufe der folgenden Jahrzehnte mehrfach erweitert wurde. Mit der Kirche verbindet sich auch eine bekannte Legende: Nach einem verheerenden Brand 1748 soll ein Marienbild in die Flammen geraten sein und der Überlieferung nach unbeschädigt in den verkohlten Überresten gefunden worden sein. Das Bild, das als Flammen-Madonna verehrt wird, zog zahlreiche Pilgerinnen und Pilger an und begründete den Ruf des Gotteshauses als Wallfahrtskirche.
1783 erhielt Jedlersdorf wieder den Status einer eigenständigen Pfarre, zwei Jahre später wurde die Kirche erweitert und mit einem Turm ausgestattet. Während der Ereignisse des Jahres 1809 erlitt das Gebäude Schäden, die erst bis 1822 vollständig behoben werden konnten, zwischen 1813 und 1815 wirkte zudem der Tiroler Kapuziner Joachim Haspinger als Pfarrer in Jedlersdorf. Das heutige Bauwerk ist einschiffig und besitzt einen großzügigen Hauptraum sowie einen niedrigeren rechteckigen Chor, charakteristisch sind das mit Biberschwanzziegeln gedeckte Walmdach und der seitlich angeordnete Turm mit seiner markanten welschen Haube. Zur Ausstattung gehören ein Hochaltartisch aus dem 19. Jahrhundert mit Engelfiguren sowie eine 1932 von Johann M. Kauffmann gebaute Orgel mit zehn Registern.

