Chronik

Das Palais Schönborn ist ein barockes Gartenpalais in der Laudongasse 15-19 und beherbergt seit 1917 das Österreichische Museum für Volkskunde; es wird auch Gartenpalais Schönborn genannt. Friedrich Carl von Schönborn, der spätere Fürstbischof von Bamberg und Würzburg, gab nach seiner Berufung als Reichsvizekanzler nach Wien 1706 beim österreichischen Architekten Lukas von Hildebrandt das Gartenpalais in der Vorstadt in Auftrag; als Wohnsitz in der Stadt diente ihm das Palais Schönborn-Batthyány in der Renngasse. Hildebrandts Bauführer war Franz Jänggl, die Stufen der kunstvoll gestalteten, zweiläufigen Treppe wurden aus Kaisersteinbrucher Kaiserstein gefertigt. 1714 war das Palais fertiggestellt, die großzügige Innenausstattung machte es bald berühmt – auch wegen seiner Gemäldesammlung, darunter Rembrandts „Die Blendung Simsons", sowie seiner Tulpenzucht.

Aus einem anonymen Kupferstich um 1737 geht hervor, dass hinter dem Schloss ein schmaler, langgestreckter Barockgarten lag, dessen Sichtachse von einem Grottenpavillon abgeschlossen wurde, der dem Wallpavillon des Dresdner Zwingers als Vorbild gedient haben soll. In der Mitte des oberen Gartenteils lag ein Komödienparterre mit acht Figuren der Commedia dell'Arte. Nach dem Tod des Fürstbischofs wurde ein Großteil der Möbel und Gemälde in die Renngasse gebracht und später verkauft. Das Palais wurde ab etwa 1750 vermietet, unter anderem wohnte hier der Hofarchitekt Canevale; 1841 richtete Amalia Baronin Pasqualati im Palais ein Liebhabertheater sowie eine Theaterschule ein, zur selben Zeit wurde der Garten nach und nach verkauft und verbaut.

1862 kam das Palais an die Stadt Wien, es folgte eine umfangreiche Restaurierung, der verbleibende Garten wurde für die Öffentlichkeit geöffnet. 1872 wurde das Palais an die neu gegründete Hochschule für Bodenkultur übergeben, nach deren Auszug nutzte ab 1897 das k. k. Oberlandesgericht das Haus. Seit 1917 befindet sich im Palais der Sitz des Österreichischen Museums für Volkskunde. Ein Teil des ehemaligen Gartens ist heute der städtische Schönbornpark.

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