Chronik

1848 kommt es zur Revolution in Wien, zur Aufhebung der Grundherrschaften und zur Sitzung des ersten gewählten Wiener Gemeinderats. 1861 tritt der bereits 1850 vorgesehene Zusammenschluss von Stadt und Vorstädten in Kraft; anstelle der einstigen Vorstädte gibt es nun Bezirke. Der 8. Bezirk, Josefstadt, besteht aus den einstigen Vorstädten Josefstadt, Strozzigrund und Breitenfeld sowie Teilen der Vorstädte St. Ulrich, Altlerchenfeld und Alsergrund; die gewählte Bezirksvertretung nimmt im Amtshaus Schmidgasse 18 ihre Tätigkeit auf. 1862 eröffnet der Schönborn-Park, 1865 die erste Wiener Pferde-Straßenbahnlinie vom Schottentor über die Alser Straße nach Hernals, 1865-1873 wird die Gürtelstraße entlang der Außenseite des Linienwalls angelegt. 1870 wird das Piaristengymnasium zum k.k. Staatsgymnasium, 1894 beginnt die Demolierung des Linienwalls und die Verbreiterung des Gürtels, 1895-1898 wird die Gürtel-Linie der Stadtbahn gebaut, zunächst mit Dampfbetrieb, seit 1925 elektrisch.

1898 wird die Pfarre Breitenfeld gegründet und die Breitenfelder Kirche geweiht, 1899 beginnt die Elektrifizierung der Straßenbahn, 1903 eröffnet die Synagoge in der Neudeggergasse. 1903-1910 erfolgt der Abbruch der Reiterkaserne, auf ihrem Gelände entsteht ein neues Stadtviertel mit der Handelsakademie und dem Militärgeographischen Institut am Hamerlingplatz. 1909 wird das Direktionsgebäude der städtischen Gaswerke in der Josefstädter Straße 12 errichtet, dessen Direktion 2005 absiedelt; 1909 und 1914 eröffnen die beiden Gymnasien in der Albertgasse 18 und 38. 1912 eröffnet das neue Amtshaus der Bezirksvorstehung auf dem Schlesingerplatz, 1913 das Stadttheater in der Skodagasse 20, das 1961 abgebrochen wird. 1917 bezieht das Österreichische Museum für Volkskunde das Palais Schönborn, Laudongasse/Lange Gasse.

1923-1924 errichtet Cesar Poppovits den Ludo-Hartmann-Hof in der Albertgasse 13-17. 1927 wird anlässlich der Demonstrationen gegen das Urteil im Schattendorf-Prozess und den Brand des Justizpalastes der Herold Verlag in der Strozzigasse 8, Sitz der reaktionären Reichspost, in Brand gesetzt und verwüstet. 1931-1932 wird das Studentenheim „Kardinal-Piffl-Heim" in der Pfeilgasse 46 erbaut. In der NS-Zeit 1938-1945 kommt es zu 534 Hinrichtungen im Landesgericht; von der jüdischen Bevölkerung der Josefstadt werden etwa 3.990 Menschen vertrieben und 1.981 ermordet.

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