Chronik

Der Schlesingerplatz war von 1901 bis 1938 und von 1948 bis 2006 nach Josef Schlesinger benannt, seit 2006 nach Therese Schlesinger; frühere Namen waren Conrad-von-Hötzendorf-Platz und Hebbelplatz. Zentrales Gebäude ist das Amtshaus des 8. Bezirks, in dem die Bezirksvorstehung ihren Sitz hat, in der Mitte des Platzes befindet sich der Wachsamkeitsbrunnen. Vor dem heutigen Amtshaus befand sich seit 1844/1845 ein Gemeindehaus in der Schmidgasse, das nach der Eingemeindung 1860 an die Gemeinde Wien überging und als Amtshaus diente.

Das heutige Amtshaus am Schlesingerplatz wurde zwischen 1910 und 1911 errichtet und im Januar 1912 eröffnet, um die Verwaltung der wachsenden Vorstadt zu beherbergen. Im Erdgeschoss befand sich seit 1847 eine Gaststätte und von 1934 bis 1970 die Hauptbücherei der Städtischen Bibliotheken; seit 1992 beherbergt das Gebäude nach einer umfassenden Generalsanierung auch das Bezirksmuseum Josefstadt. Der 1934 aufgestellte Wachsamkeitsbrunnen befindet sich heute in der Mitte des Vorplatzes.

Das 1910-12 von August Scheffel erbaute Amtshaus bildet mit den seitlich anschließenden kurzen Flügelbauten die Stirnseite des Schlesingerplatzes. Das viergeschoßige Gebäude ist in barockisierend-secessionistischen Formen ausgeführt: Das Erdgeschoß ist gebändert, die Hauptgeschoße sind durch Pilaster gegliedert, der Mittelrisalit zeigt floralen Stuck und wird nach oben durch einen Segmentgiebel mit bekrönenden Steinvasen vor dem hohen abgestuften Mansarddach abgeschlossen. Das Gebäude ist durch drei Korbbogenportale zu betreten, wobei das Mittelportal von Pilastern flankiert ist und im Scheitel eine Wappenkartusche trägt; das breite Stiegenhaus wird durch ornamentale Jugendstilfenster belichtet.

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