Chronik
Ottakring ist der 16. Wiener Gemeindebezirk und wurde 1892 aus den selbständigen Gemeinden Ottakring und Neulerchenfeld gebildet. Er erfuhr seit der Jahrtausendwende einen Aufschwung: Die zentrumsnahen Bezirksteile profitierten von einer Revitalisierung öffentlicher Räume und der Etablierung eines regen Kulturbetriebs, während die Eröffnung der U3-Endstation in Alt-Ottakring einen wichtigen Impuls brachte. Als charakteristisch für den traditionellen Arbeiterwohn- und Industriebezirk wird heute seine Multikulturalität und wachsende Urbanität gesehen. Der Bezirk liegt im Westen Wiens, eingebettet zwischen dem Lerchenfelder Gürtel und den Wienerwald-Hügeln, und grenzt im Norden an Hernals, im Osten an Josefstadt und Neubau und im Süden an Rudolfsheim-Fünfhaus und Penzing.
Nach der Eingemeindung verstärkte sich die Ansiedlung von Industriebetrieben: 1898 wurde die Tabakfabrik in der Thaliastraße eröffnet, hinzu kamen Betriebe der Fotoindustrie wie Herlango, Emailgeschirrerzeuger wie die Austria Email oder Maschinenbauer wie die Österreichischen Industriewerke Warchalowski, Eissler & Co. Die höchste Zahl an Beschäftigten gab es jedoch in der Bekleidungsindustrie. Nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte vielfach eine Auslagerung der zahlreichen Fabriken zu anderen Standorten und damit eine Trennung der Wohngebiete von den störenden Betrieben. Die höchste Erhebung ist mit 449 Metern der Gallitzinberg, auch Wilhelminenberg genannt, auf dem die Jubiläumswarte steht; an seiner Ostschulter entspringt im Liebhartstal der heute kanalisierte Ottakringer Bach, der ursprünglich über die Lerchenfelder Straße, den Minoritenplatz und den Tiefen Graben den Donaukanal erreichte.
Die Bebauung des Bezirks weist große Unterschiede auf: In Gürtelnähe befindet sich ein dicht bebautes, schachbrettartiges Arbeiter- und Angestellten-Wohnviertel, um die Vorortelinie haben sich Industriebetriebe und Werkstätten angesiedelt, etwas höher liegt das Villenviertel mit dem Ottakringer Friedhof, darüber eine ausgedehnte Laubwaldzone. Der Bezirk besteht zu 36,7 % aus Grünflächen, darunter 22 % Wald, 45,4 % sind Baufläche und 17,9 % Verkehrsflächen, wobei die Hauptverkehrsachse und wichtigste Einkaufsstraße die Thaliastraße ist. Der gesamte Westen des Bezirks wird vom sogenannten „Ottakringer Wald" eingenommen, dessen bedeutendste Wiesenflächen die Steinbruchwiese und die Kreuzeichenwiese sind; eine beliebte Parkanlage ist der Yppenpark mit Yppenplatz und Brunnenmarkt in unmittelbarer Umgebung.

