Chronik

Die Österreichische Nationalbank gehört zu den wichtigsten Institutionen des österreichischen Finanzsystems. Ihre Geschichte ist eng mit der wirtschaftlichen Entwicklung Österreichs verbunden und spiegelt sich auch in den Gebäuden wider, in denen die Bank im Laufe der Zeit untergebracht war. Nach ihrer Gründung im Jahr 1816 wurde die Bank zunächst im Wiener Stadtbancogebäude in der Singerstraße untergebracht. Bereits wenige Jahre später erwarb sie zwei Häuser in der Herrengasse und ließ diese durch ein repräsentatives Bankpalais ersetzen, dessen Grundstein 1821 in Anwesenheit von Kaiser Franz I. gelegt wurde. Das Gebäude war jedoch schon bald zu klein für die wachsenden Aufgaben der Bank.

Mitte des 19. Jahrhunderts entschied sich die Bank daher für einen Neubau. Das nach Plänen des Architekten Heinrich von Ferstel errichtete Gebäude im Stil der italienischen Renaissance – das sogenannte Ferstelpalais – wurde 1859 fertiggestellt und beherbergte neben der Nationalbank auch die Wiener Börse. Besonders bekannt ist der Basarhof mit dem Donaunixenbrunnen von Anton Dominik Fernkorn. Im frühen 20. Jahrhundert plante man einen neuen repräsentativen Sitz auf dem Gelände der ehemaligen Alser Kaserne. Der Erste Weltkrieg verhinderte jedoch die vollständige Umsetzung, erst 1925 konnte zumindest das Druckereigebäude der Bank bezogen werden. Dieses Gebäude am heutigen Otto-Wagner-Platz prägt bis heute das Erscheinungsbild der Nationalbank.

Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde die Bank 1938 aufgelöst und in die deutsche Reichsbank integriert, das Gebäude diente militärischen Zwecken. Nach dem Zweiten Weltkrieg lag es im amerikanischen Sektor der alliierten Besatzungszonen, die US-Streitkräfte nutzten das Gebäude als Hauptquartier. Hier fanden auch erste Treffen des Alliierten Rates statt. 1946 übergaben die amerikanischen Behörden die Insignien des Heiligen Römischen Reiches an die österreichische Regierung, die zunächst im Tresor der Bank gelagert wurden.

1979 zerstörte ein Großbrand Teile der Direktionsetage, während der Renovierung übersiedelte die Bank vorübergehend in das ehemalige Grand Hotel Wien. Erst 1984 kehrte sie nach umfangreichen Umbauten zurück. In den 1990er-Jahren entstand zudem ein modernes Nebengebäude in der Garnisongasse nach Plänen von Wilhelm Holzbauer. Die institutionelle Geschichte reicht noch weiter zurück: Bereits 1705 wurde mit der Wiener Stadtbank eine Vorläuferinstitution gegründet, die später auch das erste Papiergeld Österreichs ausgab. Die finanziellen Belastungen der napoleonischen Kriege führten jedoch 1811 zum Staatsbankrott – um das Vertrauen in die Währung wiederherzustellen, gründete Kaiser Franz I. 1816 die „privilegierte österreichische National-Bank".

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