Chronik
Das Bäckenhäusel befand sich in der Währinger Straße 42, Ecke Boltzmanngasse. Der Name geht wahrscheinlich auf eine damals vor dem Haus stehende gotische Kreuzsäule zurück, deren Inschriften auf Paul Lundler, Zechmeister der Bäcker, sowie das Jahr 1506 verweisen. Das Bäckerkreuz befindet sich heute im Hof des Hauses der Bäckerinnung. 1656 wurde neben dem ursprünglichen Gebäude vom „Aerarium sanitatis" zur Unterbringung der aus dem Lazarett entlassenen Rekonvaleszenten als Quarantäneeinrichtung ein neues Gebäude mit vier ebenerdigen Stuben und einer der Heiligen Rosalia geweihten Kapelle errichtet.
Die ersten Ausgaben des Bürgerspitals für die Versorgung von Personen im Bäckenhäusel lassen sich erst im Pestjahr 1679 nachweisen. Da das Lazarett zu klein geworden war, wurde ein Teil des Bäckenhäusels ebenfalls als Lazarett genützt, während der restliche Teil seine Funktion als Quarantäneeinrichtung erfüllte. In den acht Stuben konnten circa 160 Patientinnen und Patienten Platz finden. Das Bäckenhäusel bildete ab diesem Zeitpunkt eine permanente Filiale des Bürgerspitals und wurde auch als „Krankenhaus in der Währinger Straße" bezeichnet.
Beim Pestausbruch im Winter 1712 spielte das Bäckenhäusel wieder eine wichtige Rolle: Jene Personen, die mit der ins Bürgerspital gebrachten und dort an der Pest verstorbenen Schwangeren in Berührung gekommen waren, wurden zunächst dort isoliert. Als die Pest schließlich im Frühjahr 1713 in der ganzen Stadt ausbrach, wurde das Bäckenhäusel in eine Quarantänestation umgewandelt. Aus Platzgründen wurde 1719 eine zusätzliche „Krankenhütte" mit vier weiteren Zimmern erbaut und die Kapelle vergrößert. In den Jahren 1766, 1767 und 1771 erfolgten weitere Renovierungen und Vergrößerungen, sodass das Bäckenhäusel zuletzt in 16 Stuben Platz für circa 320 Personen bot. Spätestens ab 1726 verfügte es über einen eigenen Friedhof auf der anderen Seite der Währinger Straße.
Das Bäckenhäusel bildete gemeinsam mit dem 1706 dem Bürgerspital inkorporierten Spital St. Marx die beiden Krankenhäuser des Bürgerspitals und diente als „Universalkrankenhaus" für alle Kranken, die nicht im spezialisierten Krankenhaus St. Marx zu versorgen waren – vor allem Kranke mit verschiedenen Fieberzuständen. Ab 1758 wirkte dort der bekannte Physikus Anton Störck. 1868 wurde das Versorgungshaus aufgelassen, 1907 erfolgte die Demolierung der Gebäude und danach von 1908 bis 1915 die Errichtung des heute noch vorhandenen Chemischen Instituts.

