Chronik
Mauer war eine selbständige Ortsgemeinde, von der ab 1892 ein kleiner Teil in den 13. Bezirk Hietzing eingemeindet war, der restliche Ort folgte 1938 dem heutigen 23. Bezirk. Schon unter den Babenbergern befand sich in Mauer ein Jagdschloß, die menschliche Besiedlung lässt sich bis in die Jungsteinzeit zurückverfolgen. Mauer wird erstmals 1114 als Burg, Gereut, und 1210 erstmals als Můer erwähnt, der alte Ort, ein Grabenangerdorf, erstreckte sich entlang des heutigen Hauptplatzes und der Endresstraße. Die Maurer Kirche ist dem heiligen Erhard geweiht. Im 14. Jahrhundert errangen die Eckartsauer besondere Bedeutung für den Ort, sie gründeten um 1450 die Erhardkirche. 1529 wurde Mauer durch die Türken verwüstet, danach wurde die Engelsburg zum zweiten Sitz der Grundherrschaft ausgebaut. 1609 kam die Grundherrschaft Mauer an die Jesuiten und verblieb bei ihnen bis zur Ordensauflösung 1773, 1683 kam es neuerlich zu schweren Zerstörungen durch die Türken.
Noch im 17. Jahrhundert setzte jedoch ein wirtschaftlicher Aufschwung ein, gleichzeitig strebte man die Lösung von der Pfarre Atzgersdorf an – die Schaffung einer eigenen Pfarre erfolgte erst 1783, nachdem die Staatsgüteradministration die Herrschaften Mauer und Kalksburg eingezogen hatte. Das Schloß Mauer, ab 1777 Untere Kaserne, wurde 1895 abgetragen, die Engelsburg, ab 1776 Obere Kaserne. Unter den in Mauer befindlichen Kapellen sind die Kreuzkapelle im Hof des Hauses Speisinger Straße 230, erbaut 1823, und die des heiligen Johannes Nepomuk, erbaut 1750, zu nennen.
Einige Häuser stammen aus dem 17. und 18. Jahrhundert, so der Hauptplatz 10 im 17. Jahrhundert, oder die Endresstraße 80 aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Mauer wurde am 30. Juni 1927 Marktgemeinde, am 30. September 1927 ersuchte der Gemeinderat um Verleihung des bisherigen Wappens als Marktwappen. Das Gemeindeamtshaus wurde am 8. November 1933 Rathaus in der Speisinger Straße 256.

