Chronik
Das Funkhaus Wien ist das Sendegebäude des ORF in Wien und das älteste Funkhaus in Österreich. Es befindet sich in der Argentinierstraße 30a.
Das Gebäude in der Argentinierstraße wurde in den Jahren 1935–1939 unter Einbeziehung älterer Bausubstanz nach den Plänen von Heinrich Schmid und Hermann Aichinger und unter Mitarbeit von Clemens Holzmeister im Auftrag des Vorgängers des ORF, der staatlichen RAVAG, errichtet. Keines der Tonstudios und keiner der beiden Sendesäle hat einen rechtwinkligen Grundriss. Sie weisen zur Verbesserung der Akustik ungleichseitige Vierecke als Grundriss auf. Der mehrstöckige Bau, in dessen hinterem Teil die Tonstudios liegen, grenzt an den Park des Theresianums.
Im Jänner und Februar 1945 wurde das Gebäude bombardiert und trug im hinteren Gebäudeteil große Schäden davon. Am 6. April 1945 wurde die letzte Sendung des Reichssenders Wien übertragen. Da auch der Sender Bisamberg von der abziehenden SS gesprengt wurde, konnte trotz beginnenden Wiederaufbaus der Sendebetrieb nicht gleich nach Kriegsende begonnen werden. Das Funkhaus lag in sowjetisch besetztem Gebiet, es wurde aber kein Besatzungssender eingerichtet. Am Dach wurde vorerst ein provisorischer Sendemast errichtet, der nur eine Sendeleistung von 30 Watt aufwies, aber bis Anfang 1946 auf 10 kW erweitert werden konnte.
1979–1983 kam ein Erweiterungsbau nach den Plänen von Gustav Peichl hinzu. Im Juni 1988 wurde der weltweit dritte volldigitalisierte Regieplatz nach der BBC und dem WDR in Betrieb genommen. Seit 1999 steht das Funkhaus Wien unter Denkmalschutz.
Im Oktober 2015 wurde das Funkhaus Wien im Zuge von Konsolidierungsmaßnahmen des ORF zum Verkauf ausgeschrieben. Die Aufgabe des zentralen Standorts und des geschichtsträchtigen Baus sowie die Verlegung der Aktivitäten in das peripher gelegene ORF-Zentrum Küniglberg trafen jedoch vor allem bei Künstlerinnen und Künstlern auf Widerstand. Im Juni 2016 wurde der Verkauf abgeschlossen und die Liegenschaft an die Rhomberg Gruppe verkauft. Die historischen Studios wurden nach ORF-Angaben nicht mitverkauft, sondern stehen dem ORF weiterhin zur Verfügung. Die Firma Steinmeyer errichtete hier 1939 eine Orgel mit 4 Manualen, Pedal und 72 Registern. Aus dem großen Sendesaal wurden früher bekannte Sendungen wie Autofahrer unterwegs oder Was gibt es Neues? von Heinz Conrads übertragen.

