Chronik
Die Errichtung des Südbahnhofes 1873 ließ zahlreiche metallverarbeitende Betriebe in dessen Nähe entstehen. Die Einwölbung des Wienflusses im Jahr 1899 ermöglichte die 1902 erfolgte Verlegung des Naschmarktes vom Freihausviertel in die freie Gewölbefläche. Nach Ende der Besatzungszeit kam es zur Neuansiedlung der Arbeiterkammer für Wien nach Abriss des ehemaligen Rothschildpalais im Jahr 1960 in einem Neubau in der Prinz-Eugen-Straße. In der Wiedner Hauptstraße wurde das Semperit-Zentrum errichtet, welches in weiterer Folge umgebaut die Wirtschaftskammer Österreich beheimatet.
Die Bebauung der Wieden erfolgte entlang der beiden alten Ausfallsstraßen, der Wiedner Hauptstraße und der Favoritenstraße, sowie entlang des Wienflusses. In der Frühen Neuzeit entstand allmählich ein dichter besiedeltes Wohn- und Gewerbegebiet mit Adelspalästen wie der Favorita. Die Karlskirche bildete die Verbindung zum Stadtzentrum, doch erst mit dem Fall der Basteien und der Einwölbung des Wienflusses erfolgte diese direkt.
1816–1818 entstand das Polytechnikum, später umgewandelt in die Technische Universität. Schon 1855 erfolgte der Bau der Kommunal Oberrealschule Waltergasse. Das Schleifen der Stadtmauern führte ab 1858 zu einem Bauboom im historistischen Baustil. Das Viertel südlich des Theresianums wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts errichtet. Dazu kamen nach der Jahrhundertwende zahlreiche Jugendstilbauten. 1860 wurde die Evangelische Schule am Karlsplatz durch Theophil Hansen errichtet, 1862 entstand der Resselpark mit zahlreichen Denkmälern. Der Bau der Elisabethkirche erfolgte 1867. Die Errichtung des Städtischen Volksbades in der Klagbaumgasse 1893 stand im Zeichen der Bemühungen zur Hebung der Volksgesundheit.
Im Jahr 1913 wurde mit der völligen Demolierung des Freihauses begonnen. In der Zwischenkriegszeit bildeten die Errichtung des Funkhauses in der Argentinierstraße, RAVAG-Gebäude, und die Anlegung der Operngasse wichtige bauliche Veränderungen. Am Karlsplatz wurde 1954–1958 das Historische Museum der Stadt Wien errichtet. Der Abbruch des Wiedner Krankenhauses 1956 ermöglichte den Bau des Bertha-von-Suttner-Hofes. Es folgten 1959 der Abbruch des Johann-Strauß-Theaters und des Palais Erzherzog Rainer, auf dessen Gelände das Semperithaus errichtet wurde. 1967 wurde das Bestattungsmuseum eröffnet, 1969 der Neubau des Amtshauses für den 4. Bezirk, 1997 das Bezirksmuseum und Rauchfangkehrermuseum, welches im ehemaligen städtischen Volksbad angesiedelt wurde. Im Zuge des U-Bahn-Baus erfuhr der Karlsplatz 1970 einschließlich des Resselparks eine grundlegende Umgestaltung. Dies war 1978 mit der Eröffnung der U1 abgeschlossen.

