Chronik
Der Elterleinplatz liegt im zentrumsnahen Teil von Hernals und bildet bis heute das administrative und städtebauliche Herz des Bezirks. Benannt wurde der Platz 1882 nach Johann Georg Elterlein, 1805–1882, einem Gastwirt und Politiker, der von 1869 bis 1881 Bürgermeister von Hernals war – also noch vor der Eingemeindung des damaligen Vorortes nach Wien im Jahr 1892. Elterlein besaß mit dem Casino Unger und dem Elterleins Casino bedeutende Unterhaltungslokale, die das gesellschaftliche Leben der Umgebung prägten. An der Stelle des ehemaligen Elterleins Casinos befindet sich heute die U-Bahn-Station Alser Straße der Linie U6.
Historisch stand im Bereich des heutigen Platzes das Schloss Hernals. Während der Reformationszeit entwickelte es sich zu einer Hochburg des Protestantismus und spielte damit eine wichtige Rolle für die mehrheitlich protestantische Bevölkerung im katholisch regierten Wien. Mit dem Wandel der politischen und religiösen Verhältnisse verlor das Schloss jedoch an Bedeutung und verschwand schließlich aus dem Stadtbild.
Heute ist der Elterleinplatz vor allem durch repräsentative Bauten aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert geprägt. Das 1882/83 errichtete und im Zweiten Weltkrieg beschädigte Amtshaus dominiert den Platz. Anschließend befindet sich ein ebenerdiges Einkaufszentrum mit Wohnungen, einer städtischen Bibliothek und einer Volkshochschule. Zum geschützten Platzensemble zählen außerdem ein von Ferdinand Fellner dem Älteren entworfener Schulbau sowie das Bezirksmuseum Hernals im monumentalen Gebäude der ehemaligen Hernalser Spar-Cassa. In unmittelbarer Nähe liegen zudem die Kalvarienbergkirche und das traditionsreiche Jörgerbad. Damit verbindet der Elterleinplatz Geschichte, Architektur und öffentliches Leben zu einem zentralen Identitätsort des Bezirks.

