Chronik
Wappen dreigeteilt. Die drei Felder vereinigen die Wappen der ehemaligen Vorstädte Landstraße, Erdberg und Weißgerber.
Landstraße: Vor silbernem Hintergrund auf grüner Wiese steht der Heilige Nikolaus im bischöflichen Ornat. Er trägt einen silbernen Rock und einen roten Mantel mit blauem Innenfutter. In der Rechten hält er drei auf einem Buch liegende goldene Kugeln. Seine Linke umfasst einen goldenen Krummstab. Die drei goldenen Kugeln soll der im vierten Jahrhundert lebende Heilige an die Töchter eines verarmten Edelmannes verschenkt haben, um sie aus dem Leben als Straßenmädchen zu befreien. Der Heilige Nikolaus war der Patron des Frauenklosters Sankt Niklas, das sich ehemals an der Landstraße befand.
Erdberg: Redendes Wappen. Vor blauem Hintergrund wachsen aus einer grünen Wiese zwei silberne Erdbeerblüten. Sie werden von einer hängenden roten Erdbeere mit zwei grünen Blättern ergänzt. Das Symbol geht auf eine unrichtige Namensherleitung aus der nach einer Befestigungsanlage benannten Gemeinde Erdberg zurück.
Weißgerber: Vor rotem Hintergrund sind auf einer grünen Wiese zwei einander zugewandte, anspringende silberne Böcke abgebildet. Zwischen ihnen steht ein grüner Strauch. Die Böcke entstammen verschiedenen Zunftwappen der Gerberzunft. Sie repräsentieren das von den Gerbern bearbeitete Leder. Der Strauch steht für die Gewinnung der Gerberlohe, der pflanzlichen Gerbstoffe.
Wappenkundliche Blasonierung: Über grünem Schildfuß im Göpelschnitt geteilt. 1: in Silber auf grünem Boden der Heilige Nikolaus mit silbernem Gewand und braunem Untergewand, rotem, blau gefüttertem Mantel mit goldenen Tressen und roter, golden verzierter Mitra, golden nimbiert, in der Rechten ein rotes Buch mit drei aufgelegten goldenen Kugeln, in der Linken einen goldenen Krummstab; 2: in Blau eine rote Erdbeere mit grünem Stängel und zwei Dreiblättern, darunter grünem Boden zwei Erdbeerblüten mit silbernem Blütenkopf und grünen Stängeln; 3: in Rot zwei über einen grünen Strauch gegeneinander springende silberne Böcke.
Hugo Gerard Ströhl konzipierte das Wappen 1903/1904 für die Versorgungsheimkirche. Diese 1904 publizierte Fassung entsprach bereits im Wesentlichen der heutigen. Ströhl ließ den Entwurf auch in ein Wiener Gesamtwappen einfließen, bei dem er sämtliche Bezirkswappen zu einem gemeinsamen Wappenschild vereinte. Beim Wappenfeld der Landstraße erschien im ersten Feld der heilige Nikolaus noch ohne das Buch, nur mit drei goldenen Kugeln in der Rechten dargestellt. Ströhls Wappenentwurf für die Versorgungsheimkirche diente demjenigen von Mai 1986 im Auftrag des Wiener Stadt- und Landesarchivs erstellten und 1992 umgesetzten Wappen als Vorlage. Sie entspricht der aktuellen Fassung von 2015, in der lediglich die Metalle Gold und Silber durch Gelb und Weiß ersetzt wurden.
Grafik: WStLA

