Chronik
Am 11. November 1872 stifteten Adolf Ignaz Mautner, ab 1872 Ritter von Markhof und seine Gattin Julie Marcelline dem 3. Bezirk einen Betrag von 150.000 Gulden zur Erbauung eines Kinderspitals, das arme Kinder ohne Rücksicht auf deren Konfession aufnehmen sollte. Die zehn Kinder des Ehepaars erklärten sich darüber hinaus bereit, je ein Kapital von 6.000 Gulden zu stiften, womit der Betrieb von zehn Spitalsbetten gesichert war. Als sich Schwierigkeiten mit der Erwerbung eines passenden Baugrunds ergaben, schenkte Mautner drei Bauparzellen in der Kleingasse. Daraufhin wurde nach Plänen von Eduard Kuschée durch den Stadtbaumeister Heinrich Stein das Spital erbaut. Da das Ehepaar in Form einer weiteren Schenkung von 20.000 Gulden den gesamten Bedarf an Spitalswäsche zur Verfügung stellte, blieb ein gleich hoher Betrag für den Betriebserhaltungsfonds übrig, der 1877 und 1889 durch zwei Bettenstiftungen Mautners zu je 6.000 Gulden vergrößert wurde.
Am 1. Juli 1875 wurde das Spital, das seinen Namen nach Kronprinz Rudolf führen durfte, der die Patronanz übernommen hatte, geweiht und am 20. September 1875 in Betrieb genommen. Nach dem Tod Adolf Ignaz Mautners 1889 übernahm sein Sohn Karl Ferdinand Mautner Markhof die Stelle seines Vaters als Vertreter der Stifterfamilie im Verwaltungskomitee. Mit seiner Gattin Editha stellte er 1891 die Mittel für den Bau des Erzherzogin-Elisabeth-Isolierpavillons, für acht scharlachkranke Kinder, zur Verfügung.
Am 4. September 1921 wurde der Name des Spitals auf „Mautner Markhof'sches Kinderspital" abgeändert. Infolge der Inflation geriet die Stiftung in finanzielle Schwierigkeiten; am 4. Juni 1924 ersuchte das Verwaltungskomitee die Gemeinde Wien um Aufnahme von Verhandlungen mit dem Ziel der Übergabe in das Eigentum der Stadt Wien, am 15. Dezember 1924 wurde die Stiftung aufgehoben.
Primarärzte: Dr. Ignaz Hauke (1875–1885), Dr. Hugo Gnändinger (1885–1908), Dr. Richard Schmucker (1908–1920), Dr. Karl Zuppinger (1920–1925).
Städtisches Kinderspital
Am 30. Jänner 1925 beschloss der Gemeinderat, das Krankenhaus zu übernehmen und mindestens im bisherigen Umfang, das waren damals bereits 200 Betten, weiterzuführen; die vertragsmäßige Übergabe erfolgte am 16. September 1930. Kriegsschäden erlitt das Krankenhaus nicht. In den 1950er Jahren begann eine bauliche Sanierung des Spitals. Ab 1966 wurde die Bettenzahl reduziert, um die für den Spitalsbetrieb erforderlichen Nebenräume zu erhalten. 1969–1971 wurde der Operationssaalzubau errichtet, 1971/1972 eine Fassadensanierung vorgenommen, 1978 das erste Mutter-Kind-Zimmer eingerichtet.

