Chronik
Der Arne-Karlsson-Park zählt mit einer Fläche von rund 12.500 Quadratmetern zu den größten Grünanlagen des Bezirks. Er liegt an der Kreuzung Spitalgasse/Währinger Straße und stellt heute eine wichtige Erholungsfläche für Bewohnerinnen und Bewohner sowie Studierende und Beschäftigte der umliegenden Universitäts- und Spitalsstandorte dar. Die Geschichte des Areals reicht bis ins Mittelalter zurück: An der Stelle des heutigen Parks befand sich einst das Lazarett Johannes in der Siechenals, eine Einrichtung zur Versorgung von Kranken und Bedürftigen. Während der Pestepidemie des Jahres 1679 wurde das Gelände zudem als Pestgrube genutzt, in der etwa tausend Opfer der Seuche bestattet wurden.
Zwischen 1858 und 1860 errichtete die Stadt Wien auf dem Gelände ein Bürgerversorgungshaus nach Plänen des Architekten Ferdinand Fellner, das zum Bürgerspitalfonds gehörte und der Versorgung und Unterbringung älterer und bedürftiger Menschen diente. Mit der Eröffnung des Versorgungsheims Lainz 1904 begann eine schrittweise Verlagerung der dort untergebrachten Personen. Der endgültige Beschluss zur Auflassung des Bürgerversorgungshauses erfolgte 1927 durch den Wiener Gemeinderat, unter anderem aus hygienischen Gründen. Nachdem die letzten Bewohner im Juni 1928 nach Lainz übersiedelt worden waren, wurde der Gebäudekomplex vollständig abgetragen. Nach dem Abbruch entstand zunächst die Idee, auf dem Gelände ein Wohnbauprojekt zu errichten, doch aus finanziellen Gründen verzichtete die Stadt Anfang der 1930er-Jahre auf die Umsetzung – stattdessen entstand 1932 der heutige Park, zunächst unter dem Namen Bürgerpark.
Später wurde die Anlage nach dem Radiologen und Universitätsprofessor Guido Holzknecht benannt, dessen Büste sich bis heute im Park befindet. Am 10. Juli 1947 erhielt sie schließlich ihren heutigen Namen: Arne-Karlsson-Park. Arne Karlsson, 1912–1947, war Mitarbeiter der schwedischen Hilfsorganisation Rädda Barnen, die nach dem Zweiten Weltkrieg Lebensmittel und Hilfsgüter an die stark unterversorgte Wiener Bevölkerung verteilte. Während einer Dienstfahrt wurde Karlsson am 11. Juni 1947 von einem russischen Militärposten erschossen. Die Umbenennung des Parks sollte an seine humanitäre Arbeit und seinen Einsatz für die notleidende Bevölkerung erinnern. Im Zuge des Ausbaus des Wiener U-Bahn-Netzes soll unter dem Bereich Währinger Straße und Spitalgasse eine Station der neuen Linie U5 entstehen, die Bauarbeiten sind für die Jahre zwischen 2025 und 2028 vorgesehen.

