Chronik

Praterstraße, 1020 Wien
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Die Jägerzeile war eine eigenständige Vorstadt Wiens im k. k. Polizeibezirk Leopoldstadt und ist seit der Eingemeindung 1850 ein – heute nicht mehr als solcher wahrnehmbarer – Stadtteil der Leopoldstadt. Die Ortschaft entstand als Ansiedlung pensionierter Hofjäger Kaiser Maximilians II., denen der Monarch ab 1569 Baugründe zur Verfügung stellte – vorerst in der Venediger Au zwischen der heutigen Lassallestraße und der heutigen Ausstellungsstraße. Der Fahrweg zur Stadt erhielt bald den Namen Jägerzeile. Später wurden Baugründe südlich davon vergeben, an der seit 1862 „Praterstraße" heißenden Straße.

1750 verkaufte Maria Theresia die Grundherrschaft; sie wechselte mehrmals den Eigentümer, bis sie 1841 in den Besitz der Stadt Wien kam. Das Wappen der Jägerzeile zeigt einen silbernen Hubertushirsch mit zwölfendigem, goldenem Geweih und einem goldenen Kreuz darin – das Symbol der Jägerzeile.

Die Praterstraße führt zum Prater, ab 1780/1781 über den damals errichteten Praterstern. Ihre Verlängerung, die heutige Lassallestraße, führt zur Reichsbrücke über die Donau. Die Straße eignete sich seit jeher dazu, wichtige Wien-Besucher feierlich in die Stadt einziehen zu lassen, auch weil man von hier aus den Stephansdom, den Stadtmittelpunkt, sieht: 1815 zog Kaiser Franz I. mit seinen Alliierten hier ein, am 15. März 1938 benutzte Adolf Hitler dieselbe Route. Im Roten Wien marschierte hier am 1. Mai eine der sozialdemokratischen Marschkolonnen auf die Ringstraße.

Die Linie U1, die erste neu gebaute U-Bahn-Linie Wiens, verläuft seit 1979 vom Stephansplatz kommend bis zum Nestroyplatz und seit 1981 bis zum Praterstern – im 2. Bezirk größtenteils unter der Praterstraße. Seit 1983 wird alljährlich ein Praterstraßenfest abgehalten.

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