Chronik
Der Bahnhof Stadlau zählt zu den wichtigsten Eisenbahnknoten im Osten Wiens. Die weitläufige Anlage erstreckt sich zwischen der Neuhaufenstraße und der Hirschstettner Straße und umfasst neben dem Personenbahnhof auch die Güterbahnhöfe Stadlau und Stadlau-Nord sowie die Haltestelle Wien Erzherzog-Karl-Straße. Seit der Eröffnung der U2 im Jahr 2010 bildet Stadlau zudem einen bedeutenden Umsteigepunkt zwischen Regional- und S-Bahn-Verkehr sowie dem Wiener U-Bahn-Netz.
Seine Geschichte begann am 24. November 1870 mit der Inbetriebnahme durch die Österreichisch-ungarische Staatseisenbahngesellschaft. Von Anfang an war Stadlau ein wichtiger Verzweigungsbahnhof: Hier trennten sich die Laaer Ostbahn Richtung Mähren und die Marchegger Ostbahn nach Pressburg, die einst auch vom berühmten Orientexpress genutzt wurde. Der Bau der Bahnstrecken und die Donauregulierung förderten die Entwicklung des damals noch kleinen Dorfes Stadlau zu einem bedeutenden Industrie- und Eisenbahnstandort, der 1904 nach Wien eingemeindet wurde. Bereits die ursprüngliche Anlage verfügte über zahlreiche Gleise, Weichen sowie Werkstätten, Heizhäuser und ein repräsentatives Empfangsgebäude, eine zusätzliche Verbindung nach Süßenbrunn entstand bereits 1872. Nach der Übernahme durch die k.k. Staatsbahnen 1909 entwickelte sich Stadlau zu einem der wichtigsten Güterbahnhöfe vor den Toren Wiens.
Auch nach dem Zweiten Weltkrieg blieb der Bahnhof für den Güterverkehr unverzichtbar, in den 1970er-Jahren wurden die Strecken elektrifiziert und Stadlau an das Wiener Schnellbahnnetz angeschlossen. Mit der umfassenden Neugestaltung 2010 erhielt Stadlau ein neues Gesicht: Die Bahnsteige wurden an die Kaisermühlenstraße verlegt und direkt mit der neu errichteten U2-Station verbunden, Rolltreppen, Aufzüge und kurze Umsteigewege ermöglichen seither einen komfortablen Wechsel zwischen Bahn und U-Bahn. Die hochgelegene U-Bahn-Station gilt zudem als die höchstgelegene Station des Wiener U-Bahn-Netzes und unterstreicht die besondere Bedeutung Stadlaus als moderner Verkehrsknoten im Osten der Bundeshauptstadt.

