Chronik
Das Margaretner Schloss, dessen Ursprünge bis ins 14. Jahrhundert zurückreichen, zählt zu den historisch bedeutenden Bauwerken des heutigen Bezirks. Erstmals urkundlich erwähnt wurde der sogenannte „Niedere Hof" am 1. Februar 1373 als Teil der Siedlung Matzleinsdorf. Gemeinsam mit einem „Oberen Hof" bildete er den herrschaftlichen Mittelpunkt der Gegend. Bedeutend wurde der Ort vor allem durch die Stiftung einer Kapelle zu Ehren der heiligen Margareta von Antiochia durch die Familie Tirna im späten 14. Jahrhundert, die dem späteren Bezirk Margareten seinen Namen gab.
Während der Ersten Türkenbelagerung Wiens im Jahr 1529 wurde die Anlage weitgehend zerstört. In der Folge wechselte das Anwesen mehrfach den Besitzer, ehe es im 16. Jahrhundert durch Nikolaus Oláh, Erzbischof von Gran, wiederaufgebaut und erweitert wurde. Er ließ nicht nur Schloss und Kapelle erneuern, sondern auch einen großzügigen Renaissancegarten anlegen und förderte die Ansiedlung neuer Bewohner in der Umgebung.
Ein erneuter Einschnitt erfolgte 1683 durch die zweite Belagerung Wiens, bei der das Schloss abermals schwer beschädigt wurde. Maria Anna von Seeau ließ die Anlage ab 1686 wiederherstellen. Im 18. Jahrhundert entwickelte sich rund um das Schloss der heutige Margaretenplatz, der eine zentrale Rolle im Bezirk einnimmt.
1727 ging das Gut in den Besitz der Stadt Wien über. Teile des Schlosses wurden gewerblich genutzt, etwa durch eine Drahtwarenfabrik im 18. Jahrhundert. Nach einem Brand 1768 und wirtschaftlichen Veränderungen verlor die Anlage jedoch zunehmend ihre ursprüngliche Bedeutung. Schließlich wurde das Areal 1786 versteigert und parzelliert. Heute sind nur noch Teile des ehemaligen Schlosses erhalten, insbesondere Gebäude am Margaretenplatz und in der Schlossgasse, die an die lange und wechselvolle Geschichte des Margaretner Schlosses erinnern.

