Chronik

Robert Blum wurde am 10. November 1807 in Köln geboren, stammte aus der Unterschicht und hat sich zum Teil autodidaktisch weitergebildet. Er war ein deutscher Politiker, Publizist, Verleger und Dichter in der Zeit des Vormärz und während der Revolution von 1848; etwa 1837 begründete er gemeinsam mit Johannes Ronge die liberale und deutschkatholische Bewegung. 1847 wurde er Abgeordneter der Frankfurter Nationalversammlung und beeindruckte als charismatischer Redner über die deutschen Grundrechte und die Zentralgewalt.

Im Oktober 1848 reiste er nach Wien, um den Revolutionären eine Solidaritätsbotschaft des Frankfurter Parlamentarischen Klubs der Vereinigten Linken zu bringen. Blum nahm am Wiener Oktoberaufstand 1848 auf der Seite der Revolutionäre an der Verteidigung Wiens gegen die kaiserlich-österreichischen Truppen teil. Nach der Niederschlagung des Aufstands wurde er am 4. November 1848 verhaftet und trotz seiner Immunität als Abgeordneter angeklagt. Nach der Verurteilung durch ein Militärstandgericht am 8. November 1848 wurde Robert Blum am Morgen des 9. November 1848 in der Brigittenau bei Wien, an der heutigen Ecke Kornhäuselgasse/Schongauergasse, standrechtlich erschossen – seine Hinrichtung war ein bewusster Affront der kaiserlichen Regierung gegenüber dem Frankfurter Parlament.

Die Erschießung Robert Blums rief in Deutschland eine Welle der Entrüstung hervor, er wurde zum Märtyrer der Revolution, es fanden zahlreiche Trauerfeiern statt. Der Autor Adolf Stahr verfasste einen balladenhaften Bericht von Blums Hinrichtung, Was zieht dort zur Brigittenau, bis heute bekannt als Robert-Blum-Lied. Am 6. November 1919 wurde im Bezirk Brigittenau in der Nähe der Hinrichtungsstätte die Robert-Blum-Gasse nach ihm benannt.

Gemälde von August Hunger, zwischen 1845 und 1848

← Zurück zur Übersicht Brigittenau