Chronik

1913 wurde in der Stromstraße 34 vom privaten Verein zur Begründung und Errichtung eines Spitals im 20. Wiener Gemeindebezirk mit dem Bau eines Spitals auf einem Grundstück der Gemeinde Wien begonnen. Im Oktober 1914 wurde das Spital als Entbindungs- und Operationsheim für mittellose Frauen mit 37 Betten eröffnet. Wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten wurde das Brigittaspital am 1. Juni 1924 von der Gemeinde Wien übernommen und nach Plänen von Josef Joachim Mayer umgebaut und erweitert, die Bettenkapazität wurde auf 123 erhöht und ein Ambulatorium sowie eine Mutterberatungsstelle eingerichtet. Am 18. Oktober 1926 wurde das Brigittaspital wiedereröffnet.

Im Zweiten Weltkrieg diente das Gebäude kurze Zeit als Lazarett, durch Bombentreffer wurde das Spital stark beschädigt. Trotz der Beschädigungen wurde es 1945 von der Sowjetarmee okkupiert und bis 1955 zu deren Verfügung behalten. Danach stand das Gebäude leer, bis es 1956 vorübergehend als Auffanglager für Flüchtlinge des ungarischen Volksaufstandes diente.

Da keine Notwendigkeit für die Wiederherstellung des Brigittaspitals bestand, wurde auf Anregung des damaligen Stadtschulratspräsidenten Hofrat Dr. Leopold Zechner ein neuer Verwendungszweck gesucht: 1958/59 wurde das Gebäude durch die Gemeinde Wien zu einem Schülerheim für 175 Schülerinnen und Schüler umgebaut – bei seiner Inbetriebnahme die modernste Einrichtung dieser Art. Die Eröffnung fand am 9. Oktober 1959 statt, die Festrede hielt der damalige Bürgermeister und spätere Bundespräsident Franz Jonas. Gedenktafeln im Inneren des Hauses erinnern bis heute an die wechselvolle Geschichte des Gebäudes.

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