Chronik

Mitten auf dem Asperner Heldenplatz erhebt sich die dem heiligen Martin geweihte Pfarrkirche Aspern. Das markante Gotteshaus zählt zu den bedeutendsten historischen Bauwerken des Bezirks und steht heute unter Denkmalschutz, seine Geschichte ist eng mit den Schicksalen des ehemaligen Dorfes Aspern und den Ereignissen der Napoleonischen Kriege verbunden. Die heutige Kirche entstand, nachdem eine frühere Pfarrkirche 1670 bei einer schweren Überschwemmung zerstört worden war. Als neuer Standort wurde ein höher gelegener Platz gewählt, an dem sich bereits ein Wehrturm befand, dieser wurde in den Neubau integriert, schon 1671 konnte die Kirche feierlich eingeweiht werden.

Besondere Bekanntheit erlangte die Martinskirche während der Schlacht bei Aspern im Mai 1809: Das Gebäude lag im Zentrum der Gefechte zwischen österreichischen und französischen Truppen, da französische Scharfschützen den Kirchturm als Beobachtungs- und Feuerstellung nutzten, ließ die österreichische Führung das Gotteshaus schließlich in Brand setzen. Nach Kriegsende wurde die Kirche zwischen 1810 und 1813 wieder aufgebaut und erhielt ihr heutiges Erscheinungsbild. Im Inneren befinden sich mehrere kunsthistorisch wertvolle Ausstattungsstücke: Das Hochaltarbild zeigt den heiligen Martin als römischen Offizier und entstand 1862 nach einer Stiftung eines Asperner Bürgers, ebenfalls bemerkenswert ist die historische Orgel, die bereits kurz nach dem Wiederaufbau erstmals erklang.

Ende der 1990er-Jahre wurde die Kirche behutsam erweitert, ein moderner halbrunder Zubau ergänzt seither das historische Bauwerk und schafft zusätzlichen Raum für Gottesdienste und Veranstaltungen. Auch das Umfeld der Kirche erzählt Geschichte: Vor dem Eingang steht der berühmte Asperner Löwe, ein Denkmal zur Erinnerung an die Gefallenen der Schlacht von 1809, ebenfalls auf dem Platz befindet sich die Statue des Auferstandenen Christus, die ursprünglich auf dem alten Ortsfriedhof stand. Nördlich der Kirche liegt die Sebastianikapelle aus dem 17. Jahrhundert, die die kriegerischen Ereignisse weitgehend unbeschadet überstand, entlang der Kirchenmauer erinnern erhaltene Grabsteine und Reste der ehemaligen Friedhofsmauer an den historischen Asperner Friedhof.

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