Chronik
Nach Gründung der Vorstadt Lichtental an der Wende vom 17. zum 18. Jahrhundert mussten die Gottesdienste dort zunächst in der örtlichen Brauerei abgehalten werden. 1712 wurde inmitten der neuen Ansiedlung die Annenkapelle errichtet, im selben Jahr legte Karl VI. auch den Grundstein für eine richtige Kirche. Die Kosten des Neubaus wurden von einer Bruderschaft und dem Grundherrn getragen. Vermutlich nach Plänen von Johann Lucas von Hildebrandt und Andrea Pozzo entstand zunächst ein Rohbau, 1714 fand in ihm das erste Hochamt statt. 1723 wurde Lichtental von der Pfarre der Währinger Pfarrkirche abgetrennt und zu einer eigenen Pfarre erhoben, zu der neben Lichtental selbst auch die Vorstädte Himmelpfortgrund, Althangrund und Thurygrund gehörten.
Die Kirche erlangte auch durch Franz Schubert Bedeutung, dessen Geburtshaus in der Pfarre Lichtental steht. 1797 wurde Schubert in der Lichtentaler Pfarrkirche getauft, zahlreiche seiner geistlichen Werke hat er speziell für sie geschaffen oder hier zum ersten Mal aufgeführt. Die Kirche trägt daher auch den Beinamen Schubertkirche. Sie zählt mit ihrer markanten barocken Doppelturmfassade zu den am reichsten ausgestatteten Kirchen Wiens, auch dank ihrer Fresken und Gemälde von namhaften Künstlern.
Das Hochaltarbild „Die heiligen 14 Nothelfer" sowie die Deckenfresken und die hinteren Seitenaltäre stammen vom österreichischen Barockmaler Franz Zoller. Auf dem Fresko an der Decke unter der Empore, das von Franz Sigrist stammt, sind die „recht und falsch betenden Sünder" dargestellt. Die beiden großen Kuppelfresken stellen die sieben Bitten des Vaterunser-Gebets dar. 2006 erfolgte eine Neugestaltung des Altarraumes, bei der ein Volksaltar und Ambo nach Plänen des Architekten Johann Traupmann aufgestellt wurden.
Die sogenannte „Schubert-Orgel" wurde 1984 von der Oberösterreichischen Orgelbauanstalt St. Florian erbaut. Das Orgelgehäuse stammt von der Vorgängerorgel und wurde 1774 von dem Orgelbauer Johann Michael Pantzner geschaffen. Das Schleifladen-Instrument hat 26 Register auf zwei Manualen und Pedal, die Spiel- und Registertrakturen sind mechanisch.

